Kirchlicher Umweltpreis für zwei Tiroler Projekte

Zwei Einrichtungen aus der Diözese Innsbruck wurden für ihr Engagement in St. Pölten geehrt.

Großer Erfolg für die Diözese Innsbruck beim österreichweiten Kirchlichen Umweltpreis 2025: Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in St. Pölten wurden am vergangenen Freitagnachmittag zwei kirchliche Tiroler Institutionen mit einem der begehrten Hauptpreise in der Kategorie Biodiversität ausgezeichnet. Das Katholische Bildungswerk der Diözese Innsbruck (Fachbereich Ehrenamt und Bibliotheken) sowie das Stiftsgymnasum Meinhardinum Stams überzeugten die Fachjury mit ihren zukunftsweisenden Projekten zur Bewahrung der Schöpfung.

 

Insgesamt wurden bei der diesjährigen Ausschreibung zwölf Hauptpreise und 25 Anerkennungspreise an katholische und evangelische Pfarren sowie Ordenseinrichtungen aus ganz Österreich vergeben. Die Auszeichnungen wurden durch den St. Pöltner Bischof Alois Schwarz und die evangelische Bischöfin Cornelia Richter überreicht. Mit 37 Einreichungen verzeichnete der Preis eine nahezu verdreifachte Beteiligung gegenüber dem Jahr 2023, was die wachsende Bedeutung ökologischer Themen im kirchlichen Bereich unterstreicht.

 

Biodiversität im Fokus: Saatgutbibliotheken und Schulgarten 

In der Kategorie Biodiversität wurde das Katholische Bildungswerk Tirol gemeinsam mit dem Freiwilligenzentrum Innsbruck-Land für die erfolgreiche Einrichtung von Saatgutbibliotheken geehrt. Dieses Projekt fördert den Erhalt alter Pflanzensorten und sensibilisiert die Bevölkerung für die Bedeutung der Artenvielfalt.

 

Ebenfalls mit einem Hauptpreis ausgezeichnet wurde das Gymnasium Meinhardinum in Stams für das Projekt „Schulgarten“. Die Direktorin des Meinhardinums, Christine Tiefenbrunner-Handl, hebt die pädagogische und ökologische Wirkung der Initiative hervor: „Die Begeisterung, mit der Lehrpersonen und Schüler*innen das Projekt Schulgarten betreiben, ist für mich eine große Freude. So viel Engagement für die gesamte Schulgemeinschaft ist herzerfrischend und der Schulgarten ist bereits zu einem regelrechten Wohlfühlort geworden.“

 

Darüber hinaus betonte die Schulleiterin den konkreten Nutzen für die Umwelt vor Ort: „Unser Schulgarten ist eine kleine Biodiversitäts-Oase, die sich klar von der kargen Wiese östlich davon abgrenzt. Er leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität, hat einen positiven Einfluss auf das lokale Mikroklima und erweitert den engen Schulraum.“

Kirchlicher Umweltpreis für zwei Tiroler Projekte
Fotos: schoepfung.at/schönlaub
Nachhaltigkeit als zentrales Anliegen der Diözese

Für die Diözese Innsbruck stellt die Auszeichnung eine Bestätigung ihres langjährigen Kurses dar. Diözesanökonom Rainer Kirchmair begleitete die Delegation nach St. Pölten und unterstrich die Relevanz des kirchlichen Engagements: „Der Diözese Innsbruck ist nachhaltiges Leben und Wirken als Beitrag zu Bewahrung der Schöpfung seit vielen Jahren ein zentrales Anliegen. Wir freuen uns, dass die Bemühungen im katholischen Bildungswerk der Diözese Innsbruck, Fachbereich Ehrenamt und Bibliotheken sowie dem uns sehr am Herzen liegenden Gymnasium Meinhardinum, der Zisterzienserabtei Stams, auch österreichweit Anerkennung finden und mit dem kirchlichen Umweltpreis bedacht wurden. Bei allen Problemen und Herausforderungen im nachhaltigen Handeln müssen wir auch immer wieder die positiven Meilensteine herausarbeiten; heute werden wir unsere Preisträger deshalb auch gebührend feiern.“

 

Kirchmair verwies zudem auf die strategische Ausrichtung der Diözese, die im vergangenen Jahr ihre Nachhaltigkeitsstrategie grundlegend überarbeitet hat. „Für die nächsten Jahre ist es meiner Ansicht nach wichtig, dass insbesondere die christlichen Kirchen den von laudato’sì vorgegebenen Weg beibehalten. Die Diözese Innsbruck hat dementsprechend im letzten Jahr die bestehende Nachhaltigkeitsstrategie überarbeitet. Gerade die kirchlichen Organisationen müssen das Thema Nachhaltigkeit im Blick behalten, insbesondere wenn politische internationale Organisationen und manche Staaten hinter bereits erreichte Kompromisse zurückfallen“, so der Diözesanökonom.

 

Ökumenische Verantwortung für die Schöpfung 

Bischof Alois Schwarz würdigte in seinem Grußwort die „Hoffnung, Tatkraft und Kreativität“ in den Pfarren und Orden. In der Kategorie Mobilität gehe es darum, CO2 zu sparen, während im Bereich Biodiversität aktiv Lebensräume geschützt würden, um die Vielfalt der Schöpfung zu erhalten. Bischöfin Cornelia Richter ergänzte, dass es Menschen brauche, die sich trauen, neu zu denken und Verantwortung in ökumenischer Gemeinschaft wahrzunehmen.

 

Der Kirchliche Umweltpreis wird alle zwei Jahre von den Umweltbeauftragten der Kirchen gemeinsam mit der Österreichischen Ordenskonferenz vergeben. Er ist mit insgesamt 13.000 Euro dotiert und soll kirchliche Vorbilder sichtbar machen, die zeigen, wie Natur und Kultur im Einklang gepflegt werden können.

 

(KAP/dibk)

Nachhaltigkeit als zentrales Anliegen der Diözese

Verena Huter und Thomas Kluibenschädl übernahmen den Preis für das Meinhardinum Schwaz.

Nachhaltigkeit als zentrales Anliegen der Diözese

Veronika Schneider und Marianne Enthofer vom Regionalmanagement übernahmen den Preis gemeinsam mit Diözesanökonom Rainer Kirchmair.