Festmesse als Zeichen für Gerechtigkeit und Zusammenhalt

Die Josefi-Messe in der Jesuitenkirche stellte heuer den heiligen Josef als Vorbild für gesellschaftliche Verantwortung und gelebte Solidarität in den Mittelpunkt.

Die Diözese Innsbruck feierte am 19. März gemeinsam mit der Arbeiterkammer Tirol und der Katholischen ArbeitnehmerInnen-Bewegung die traditionelle Josefi-Messe in der Jesuitenkirche. Bischof Hermann Glettler rückte in seiner Predigt den heiligen Josef als „Vorarbeiter für mehr Gerechtigkeit“ in den Fokus – als stillen, aber entschiedenen Begleiter, der Verantwortung übernimmt, ohne sich selbst ins Zentrum zu stellen. Musikalisch gestaltete der Gospelchor Wildschönau die gut besuchte Feier.

 

Ausgehend vom biblischen Bild des „gerechten Josef“ betonte Bischof Hermann, wie aktuell dessen Haltung heute sei. Josef sei keiner, der laut auftrete oder anderen seine Meinung aufzwinge. Seine Gerechtigkeit wurzele in einer inneren Offenheit für Gottes Führung – und in einer tiefen Sensibilität für den einzelnen Menschen. Diese Empathie sei Vorbild in einer Zeit, in der soziale Spaltungen wachsen und öffentliche Debatten oft von lauten, verletzenden Stimmen geprägt sind.

 

Die Predigt nahm besonders den Blick auf Menschen in prekären Lebenslagen in den Mittelpunkt. Klare Worte fand Bischof Hermann zur Bedeutung eines solidarischen Sozialstaates: Die Mindestsicherung sei „kein Luxus, sondern die minimale Voraussetzung für ein Leben in Würde“. Politische Entscheidungen müssten sich – wie bei Josef – am Wohl der Schwächsten orientieren. Die Gesellschaft brauche Menschen, „die nicht auf Likes warten“, sondern mit Geduld und Beharrlichkeit für gerechte Chancen einstehen.

 

Im Anschluss an die Messe bot die traditionelle Fastensuppen-Agape des Josefikreises Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch. Der Zusammenschluss sozialer Einrichtungen macht seit Jahren auf Herausforderungen im Sozialbereich aufmerksam und setzt Impulse für ein solidarisches Miteinander.

 

Die Feier des Landespatrons wurde so erneut zu einem vielstimmigen Zeichen der Hoffnung – und zu einer Einladung, Josef als stillen, aber kraftvollen Begleiter auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit neu zu entdecken.

Festmesse als Zeichen für Gerechtigkeit und Zusammenhalt
Foto: AK Tirol