Abschied von Osttiroler Bildhauer Jos Pirkner
Die Diözese Innsbruck nimmt Abschied von Jos Pirkner, der am 11. März im 99. Lebensjahr verstorben ist. Der Trauergottesdienst wird am Samstag um 10 Uhr in der Pfarrkirche Lienz‑St. Andrä gefeiert. Zelebrant ist Dekan Franz Troyer, ein langjähriger Begleiter des Künstlers. Im Altarraum wird ein großes Bild Pirkners stehen – ein stilles Zeichen für einen Menschen, der sein Leben der Form, der Kraft und der Suche nach Sinn gewidmet hat. Im Laufe des heutigen Josefitags - seinem Namenstag - wird er in seinem Atelier aufgebahrt.
Pirkner wurde 1927 in Sillian geboren und prägte über Jahrzehnte die Kunstszene weit über Tirol hinaus. Nach seiner Ausbildung in Graz und prägenden Jahren in den Niederlanden fand er international Anerkennung. Seine Werke aus Bronze, Silber und Glas wurden europaweit und in den USA gezeigt. 1978 kehrte er mit seiner Familie nach Tristach zurück und blieb dort bis zu seinem Lebensende künstlerisch tätig. Seine Plastiken sind energiegeladene, oft bewegte Körper – Arbeiten, die von Mythologie, menschlicher Erfahrung und spiritueller Tiefe durchzogen sind.
Sein Bezug zur Kirche war dabei mehr als ein Thema seiner Kunst: Pirkner war ein glaubender Mensch. Beten gehörte zu seinem Alltag, besonders vor der Arbeit im Atelier. Viele seiner sakralen Werke in Osttirol – von Pfarrkirchen bis zu Pflegeheimen – erzählen von dieser inneren Verbundenheit. Sie zeigen Hoffnung, tragen durch schwere Zeiten und laden zu Stille und Vertrauen ein. Die Gestaltung der Kapelle im Wohn‑ und Pflegeheim Lienz oder seine Arbeiten an religiösen Orten sind bis heute Zeugnisse seines Glaubens, den er schlicht, aber überzeugt lebte.
Bis ins hohe Alter blieb Pirkner schöpferisch. „Nixtun geht nicht“, sagte er, und so arbeitete er an neuen Entwürfen, lange nachdem andere sich zur Ruhe gesetzt hätten. Seine Kunst war für ihn Ausdruck des Lebens und des Gebets – eine Haltung, die in seinen Werken spürbar bleibt.
Nach dem Gottesdienst führt am Samstag der Trauerzug zum Familiengrab, wo Jos Pirkner seine letzte Ruhe findet.