Von Herz zu Herz – Gott begegnen!
Am ersten Adventwochenende nahm sich Diözesanbischof Hermann Glettler im Rahmen der Visitation Zeit, das vielfältige pfarrliche Leben im Seelsorgeraum Jenbach-Wiesing-Münster kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen und Impulse für die gemeinsame Zukunft zu setzen. Vor allem ermutigte er dazu, offenen Herzens füreinander und für Gott zu sein.
Bereichernde Begegnungen und offene Gespräche
Den Auftakt bildeten Besuche in den Schulen und im Kindergarten mit Adventkranzsegnungen, und schönen Einstimmungen in den Advent. Die gemeinsamen Lieder machten deutlich, dass das Licht weit mehr ist als nur eine Kerzenflamme. Es steht für Hoffnung und Wärme, für Orientierung und Geborgenheit. Trotz Sorgen und manchen Streitigkeiten gilt es beim alltäglichen Trubel das Licht zu behüten, es weiterzugeben und miteinander zu teilen: im solidarischen Miteinander mit den Klassenkameraden, Freunden und Menschen, die uns im Alltag begegnen.
Offen, ehrlich und ernsthaft interessiert waren die Fragen der Schülerinnen und Schüler in der Mittelschule und dem Polytechnischen Lehrgang Jenbach und zeigten, dass Fragen nach Gott und dem Glauben bei jungen Menschen präsent sind. Die Gespräche über die Sehnsüchte, und natürlich auch die Ängste und Belastungen der Jugendlichen waren eine echte Bereicherung.
Ein beeindruckendes Highlight der Visitation war der Abend der „Runden und eckigen Tische“ in Münster. Menschen unterschiedlicher Religionen, Überzeugungen und Lebensstile bildeten eine Tisch- und Gesprächsgemeinschaft. Kurze Impulse regten die Neugier an und luden ein, in tiefgründigen und offenen Gesprächen anderes zu entdecken und inmitten einer pluralen, multikulturellen und -religiösen Gesellschaft im gegenseitigen Verstehen zu wachsen.
Sehr berührend und als große Wertschätzungen empfunden wurden die Besuche vom Innsbrucker Diözesanbischof im Sozialzentrum Jenbach sowie im Reha-Zentrum Münster. Das gemeinsame Gebet und die persönlichen Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern aber auch den Mitarbeitenden zeigten deutlich, wie wichtig seelsorgliche Präsenz und menschliche Zuwendung in diesen Bereichen sind. Bischof Hermann Glettler sprach den Teams vor Ort ein herzliches Danke aus und ermunterte, gemeinsam zuversichtlich weiterzugehen.
Beim abschließenden Festgottesdienst aller drei Pfarren des Seelsorgeraums in der Pfarrkirche Jenbach ermutigte unser Bischof im Advent ganz bewusst Raum für Gott und die Menschen in unserer Nähe zu schaffen: Sich Zeit nehmen für Gebet, täglich 10 Minuten Stille zu halten beruhigt das Herz und macht es empfänglich für die Stimme Gottes, das Wachstum im Guten. Die Adventszeit ist auch als eine Zeit der vielfachen Ent-lastung zu verstehen: „zum Entschleunigen in der allgemeinen Nervosität, Entgiftung der Sprache, Entfeindung unserer Beziehungen, zur Entsorgung von Bitterkeit und Vorwürfen“, so werde Versöhnung möglich. Zum Abschluss lud Bischof Hermann Glettler zur „Wallfahrt zueinander“, zum gegenseitigen „Anklöpfeln“ auf, in konkreten, kleinen Schritten – durch eine kurze WhatsApp-Nachricht, einen Anruf oder einen spontanen Besuch in der Nachbarschaft aufeinander zuzugehen, sich gegenseitig zu ermutigen und füreinander da zu sein.