Kirche braucht Hirten und keine Prinzipienreiter

Papst Franziskus hat die vatikanischen Botschafter zu einer sorgfältigeren Auswahl künftiger Bischöfe ermahnt. Sie sollten Zeugen der Auferstehung suchen und nicht Inhaber eines Lebenslaufs.
Papst Franziskus hat die vatikanischen Botschafter zu einer sorgfältigeren Auswahl künftiger Bischöfe ermahnt. Sie sollten "Zeugen der Auferstehung" suchen und nicht "Inhaber eines Lebenslaufs", sagte der Papst am Samstag im Vatikan vor mehr als 100 Nuntien und ständigen Beobachtern des Heiligen Stuhls. Die Kirche von heute brauche Hirten und keine Prinzipienreiter oder Funktionäre, so Franziskus weiter. Dazu müssten sich die Botschafter mit dem "Herzen Gottes" auf die Suche nach neuen Bischöfen machen und nicht "mit irgendeinem starren Profil wie Kopfgeldjäger".  Die Bewertungskriterien für Kandidaten könnten nicht "von eitlen Absichten bestimmt werden, mit denen wir glauben, an unseren Schreibtischen eine Kirche planen zu können, wie wir sie uns wünschen", so Franziskus. Die Botschafter dürften sich auch nicht damit zufriedengeben, in Aquarien oder in der "Aufzucht der Freunde von Freunden" zu fischen. Sie müssten vielmehr dorthin gehen, "wo sich die kleinen Davids verkrochen haben". Die päpstlichen Nuntien spielen im Auswahlverfahren für neue Bischöfe eine wichtige Rolle. Sie erstellen für ihre jeweiligen Länder Listen, die mögliche Kandidaten für die Besetzung von Bischofsstühlen enthalten. Hierzu holen sie mit Hilfe eines Fragenkatalogs umfangreiche Erkundigungen in der jeweiligen Ortskirche ein. Die Reform des Auswahlverfahrens neuer Bischöfe war auch Thema der jüngsten Sitzung des Kardinalsrates zur Kurienreform in dieser Woche.  www.kathpress.at
Auf dem Bild ist Papst Franziskus zu sehen.
Papst Franziskus, Bild: katholisch.at