Ein Raum der VerBUNDenheit

Feierliche Einweihung des neu revitalisierten Kapuzinerkloster Ried durch Bischof Hermann Glettler vergangenen Sonntag, am 17. September.

Im Zuge des Truyener Kirchtags (Truyen wird der Ortsteil genannt, in dem sich das Kloster befindet) wurde vergangenen Sonntag, am 17. September, das renovierte Kapuzinerkloster in Ried durch Bischof Hermann Glettler feierlich eingeweiht. Im Rahmen der Einweihung wurde ebenfalls der bewegliche Altar in der neu gestalteten Klosterkirche gesegnet. Das Kloster stand seit dem Tod des letzten Kapuzinermönchs Phillip Böck im Jahre 2003 still. Nach fünfjähriger Bauzeit stellt das neu revitalisierte Kapuzinerkloster heute ein geistlich - soziales Zentrum mit Pilgerhospiz dar.

 

In seiner Predigt verglich Bischof Hermann Glettler das revitalisierte Kapuzinerkloster in Ried mit einem Raum der Verbundenheit. „Hier ist ein Ort, wo historisch, sozial und geistlich vieles zusammenkommt“, so der Bischof. Zugleich erinnerte er auch an die reiche Vergangenheit des Kapuzinerklosters. Dieses war jahrhundertelang ein gern aufgesuchter Beicht-Ort für das Oberinntal. Auch wenn das Sakrament der Versöhnung, die Beichte, an Attraktivität massiv verlor, bleibe doch eine Sehnsucht aufrecht. „Viele Menschen tragen heute große Lasten von Groll, Vorwürfen, inneren Verletzungen und Griesgram mit sich herum. Warum nicht diesen Ort wieder als einen Ausgangspunkt für Versöhnung etablieren“, so der Bischof. Zum Abschluss erwähnte Bischof Hermann im Zusammenhang mit der Loreto-Kapelle des Klosters die aktuelle Umwelt- und Flüchtlingsproblematik. „Die Unwetterereignisse des Sommers, sind als reale Mahnungen nicht mehr zu ignorieren“, führte der Bischof weiter aus und plädierte für ein solidarisches Handeln.

  

Revitalisiertes Kloster für soziale Zwecke 

Im Zuge der im Jahre 2018 beginnenden Bauarbeiten wurde das Erdgeschoss des Klosters zu einem Pfarrsaal mit Büro und zwei Seminarräumen adaptiert. Die neu gewonnenen Räumlichkeiten sollen der pfarrlichen Infrastruktur dienen und können für pfarrübergreifende Pastoral von Dritten gemietet werden. Im ersten Stock, der ehemaligen Klausur des Klosters, entstand eine Pilgeroase. Sechs Zimmer, Waschraum sowie Wohnküche bieten Unterkunft für Gruppen von sieben bis zehn Personen. Derzeit wird die Pilgeroase jedoch an die TSD (Tiroler Sozialen Dienste) vermietet. Sie dient als Wohnraum für Frauen aus der Ukraine.

Die Klosterkirche wurde zu einem Raum für liturgische und nicht-liturgische Zwecke umfunktioniert. Aus diesem Grund fiel die Wahl auf eine Bestuhlung sowie einen beweglichen Hauptaltar. „Dieser soll ein Hinweis auf unsere Kirche sein, in der nicht alles unbeweglich sein und bleiben muss“, erläuterte Dekan Franz Hinterholzer, der die Pfarre Ried 2009 übernommen hat. Der Gedanke, die Kirche mit einem Holzboden und einer Bodenheizung auszustatten, wurde durch das Auffinden eines verborgen liegenden Steinbodens begraben. Die Absenkung der Höhe der Kirche auf das Niveau des 300 Jahre alten Bodens brachte ein Jahr Zeitverzögerung mit sich. Die anfallenden Baukosten beliefen sich auf 2,6 Millionen Euro.

Die neu renovierte Klosterkirche mit ihrem beweglichen Altar kann für liturgische und nicht-liturgische Zwecke verwendet werden. Foto: Glettler