"Sonntag der Völker" und "Welttag der Migranten"

Mehrsprachiger Gottesdienst mit landestypischen Elementen im Dom zu St. Jakob am Sonntag - Diesjähriges Papst-Motto richtet Blick besonders auf vertriebene Kinder und Jugendliche

Am kommenden Sonntag, 27. September, sind in Österreich die katholischen Gottesdienste bunter, mehrsprachiger und mit mehr Musik aus aller Welt begleitet als sonst: Die Kirche feiert den "Sonntag der Völker", der heuer mit dem 112. Welttag der Migranten und Flüchtlinge zusammenfällt. In den Domkirchen und vielen Pfarren werden die Sonntagsmessen unter Beteiligung anderssprachiger Gemeinden gefeiert, mit Chören und Solisten aus verschiedenen Ländern, Gläubigen in traditionellen Trachten und Agapen mit internationalen Spezialitäten und Kulturdarbietungen, bei denen festliche Begegnung über kulturelle Grenzen hinweg ermöglicht werden soll.

 

In Innsbruck feiert Bischof Hermann Glettler gemeinsam mit den muttersprachlichen Gemeinden der Diözese am Sonntag um 11.30 Uhr einen Festgottesdienst im Jakobsdom. Die Liturgie wird von verschiedenen Sprach- und Kulturgruppen mitgestaltet. Ein eigens erstelltes Begleitheft enthält heuer die liturgischen Texte sowie Liedtexte und Übersetzungen in insgesamt zehn Sprachen. Im Anschluss ist vor dem Dom ebenfalls eine Agape mit Spezialitäten aus den verschiedenen Herkunftsländern geplant.

 

Motto von Papst vorgegeben
Das Motto des Welttags ist von Papst Leo XIV. vorgegeben und lautet "Auch nur eines dieser Kinder". Der Titel greift ein Wort Jesu aus dem Matthäusevangelium auf: "Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf" (Mt 18,5). Im Zentrum stehen besonders Kinder und Jugendliche, die von Flucht und Migration betroffen sind. 

 

Angesichts von Aufnahmestopps und Abschiebequoten unterstrich Alexander Kraljic, Nationaldirektor der katholischen anderssprachigen Seelsorge in Österreich, die bleibende Würde jedes einzelnen Menschen unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus. Christinnen und Christen dürften sich nicht damit abfinden, "wenn die Würde der Kleinsten und Schwächsten in der Gesellschaft bedroht ist, sei es durch Haltungen, Strukturen oder Gesetze", so Kraljic. Der Sonntag der Völker solle daran erinnern, "dass Migrantinnen und Migranten nicht nur längst Teil unserer Gesellschaft geworden sind, sondern dass wir die kulturelle Vielfalt geradezu als Kennzeichen der Katholizität in uns tragen".

 

Papst richtet Blick auf Kinder
In seiner Botschaft zum 112. Welttag der Migranten und Flüchtlinge richtet Papst Leo XIV. den Blick insbesondere auf vertriebene Minderjährige, die er als "die verletzlichsten Personen" im weltweiten Migrationsgeschehen bezeichnet. Angesichts von Kriegen, Armut, Gewalt und Umweltkatastrophen seien jedes Jahr Millionen Kinder und Jugendliche gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Zugleich erinnert der Papst daran, dass es "nicht um Zahlen oder Statistiken" gehe: "Jedes Kind, jeder Mensch besitzt eine unendliche Würde." Leo XIV. ruft dazu auf, "die Geschichte, die Ängste und die Träume eines jeden von ihnen aufmerksam anzuhören" und jedes Kind "noch vor seinem Schicksal als 'Migrant'" in seiner Würde anzuerkennen und seine grundlegenden Rechte zu schützen. 

 

Eine Meldung von www.kathpress.at 

"Sonntag der Völker" und "Welttag der Migranten"
Foto: Sigl/dibk