Jungmanns Konzilstagebuch digital zugänglich
Ein bedeutendes Dokument der jüngeren Kirchengeschichte ist seit Kurzem online zugänglich: Das private Konzilstagebuch des Innsbrucker Jesuiten und Liturgiewissenschaftlers Josef Andreas Jungmann (1889–1975) wurde als digitale Edition veröffentlicht. Die frei zugängliche Online-Ausgabe wurde Ende September an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck vorgestellt.
Jungmann zählt zu den prägenden Gestalten der liturgischen Erneuerung im 20. Jahrhundert. Der gebürtige Südtiroler lehrte viele Jahre an der Universität Innsbruck und wirkte als Experte beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) entscheidend an der Entstehung der Liturgiekonstitution mit. Seine Aufzeichnungen mit dem Titel „Liturgie auf dem Vaticanum II“ dokumentieren die Vorbereitungen auf das Konzil, die Beratungen in Rom und die Umsetzung der Liturgiereform in den Jahren danach.
Das Tagebuch bietet einen seltenen Blick hinter die Kulissen des Konzils. Neben Berichten über Sitzungen und Diskussionen schildert Jungmann auch persönliche Eindrücke, Spannungen und kontroverse Debatten unter den Konzilsberatern. Damit ergänzt das Dokument die offiziellen Konzilsakten um eine unmittelbare zeitgeschichtliche Perspektive.
Für die wissenschaftliche Edition wurde das ursprünglich in Gabelsberger-Kurzschrift verfasste Tagebuch neu transkribiert und mit Kommentaren sowie Hintergrundinformationen versehen. Verantwortlich für die digitale Aufbereitung sind Expertinnen und Experten des Forschungsinstituts Brenner-Archiv der Universität Innsbruck, in dem sich seit 2026 auch Jungmanns Nachlass befindet.
Die Edition richtet sich sowohl an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch an historisch Interessierte und ermöglicht neue Zugänge zur Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Die digitale Ausgabe ist frei verfügbar unter: https://www.jungmann-portal.net/