Jugendpastoral lebt von Beziehung und Beteiligung
Wie kann Kirche jungen Menschen Raum geben und mit ihnen gemeinsam Zukunft gestalten? Diese Frage stand beim dritten Pastoraltag der Diözese Innsbruck in diesem Jahr am Samstag, 17. Oktober, im Mittelpunkt. Vorgestellt wurde die Idee eines Jugendforums, das in den Seelsorgeräumen Beziehungen zu jungen Menschen stärken und ihre Beteiligung fördern soll.
Im Zentrum steht dabei eine Haltung des echten Interesses: an der Lebenswirklichkeit junger Menschen, ihren Fragen, Hoffnungen und Zweifeln, ihrem Glauben und Nicht-Glauben. Kirche erreicht junge Menschen nicht allein durch Angebote. Entscheidend sind Beziehungen, Zuhören und Räume, in denen junge Menschen mitgestalten können.
Das Jugendforum soll auf Ebene des Seelsorgeraums Menschen zusammenbringen, die ein Herz für junge Menschen haben. Dabei geht es um Beziehung, Zuhören, Beteiligung und Befähigung. Gedacht ist das Jugendforum als flexible Arbeitsform und Netzwerk, nicht als zusätzliches formelles Gremium oder als Ersatz für Jugendleiter:innen.
Wer sich einbringt, muss selbst nicht jung sein. Vielmehr sind unterschiedliche Fähigkeiten, Erfahrungen und Zugänge gefragt. Das spiegelte sich auch in den Gesprächsgruppen beim Pastoraltag wider. Als mögliche „Burning Persons“ wurden unter anderem Jugendliche und junge Erwachsene, Eltern, Lehrpersonen, Ehrenamtliche sowie Menschen aus Vereinen und örtlichen Organisationen genannt. Mehrfach wurde angeregt, Jugendliche selbst zu fragen, welche Personen sie für geeignet halten.
Als wichtige Eigenschaften nannten die Teilnehmer:innen unter anderem Authentizität, Offenheit, Begeisterung, Vertrauen und echtes Interesse an jungen Menschen. Auch Zuhören, Empathie und Begegnung auf Augenhöhe spielten in den Rückmeldungen eine wichtige Rolle.
Ein Ergebnissatz aus den Gesprächsgruppen bringt die Grundidee auf den Punkt: Gefragt seien Menschen, die „nicht für Jugendliche, sondern mit Jugendlichen arbeiten“. Zugleich soll das Jugendforum Freiraum für neue Wege geben und auch Fehler und Scheitern ermöglichen.
Gemeinsam ins Tun kommen
Die Idee des Jugendforums befindet sich noch im Aufbau. Die PGR-Wahl 2027 kann ein Anlass sein, in den Seelsorgeräumen Menschen mit einem besonderen Herz für junge Menschen anzusprechen. Ein Start ist aber jederzeit möglich. Die Katholische Jugend begleitet interessierte Seelsorgeräume unter anderem mit Beratung, Moderation, Workshops und Fortbildungen.
Die dahinterstehende Haltung fasst ein Satz aus der Präsentation zusammen: „Junge Menschen sind nicht die Zukunft der Kirche. Sie sind Kirche – heute.“
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