Ein faszinierendes Experiment: Kirche & Boulderhalle

Petrus Canisius wird Innsbrucks neue Kletteradresse

In der ehemaligen Pfarrkirche Petrus Canisius in Innsbruck entsteht etwas ganz Neues: eine Boulderhalle, die Sport, Begegnung und die besondere Geschichte des Gebäudes miteinander verbindet. Wo früher ausschließlich Gottesdienste gefeiert wurden, wird künftig geklettert, trainiert und gemeinsam Zeit verbracht. Der Charakter des Kirchenraums soll dabei bewahrt werden: Die bestehende Architektur bleibt wesentlicher Teil des Projekts und wird behutsam mit der neuen Nutzung verbunden. Zugleich behalten Seelsorge und Gemeinschaft am Standort weiterhin ihren Platz.

 

Hinter dem Umbau steht Guntram Mattle, Geschäftsführer der Firma Steinblock und Projektbetreiber. Schon nach wenigen Minuten der ersten Vorgespräche mit dem Innsbrucker Diözesanbischof Hermann Glettler war er Feuer und Flamme für das Projekt: „Das ist mehr als eine Boulderhalle. Gerade in Verbindung mit den religiösen Bezügen ist das eine einzigartige Herausforderung, bei der ich in den vergangenen Monaten auch stolz war, sowas umsetzen zu dürfen.“ Als ehemaliger Profiboulderer bringt Mattle nicht nur seine persönliche Leidenschaft für den Sport mit, sondern auch viel Erfahrung: Die Halle in der Petrus-Canisius-Kirche ist bereits sein viertes Boulderhallen-Projekt. Er wird die Halle selbst betreiben und hat auch die Bauleitung übernommen.

Ein faszinierendes Experiment: Kirche & Boulderhalle
Fotos: Cincelli/dibk
Weiterhin Ort der Gemeinschaft und Seelsorge

„Das Faszinierende an Petrus Canisius wird sein, dass das Angebot des Freizeitsports mit einem spirituellen Angebot verbunden wird“, freut sich Diözesanbischof Hermann Glettler und erläutert die konkrete Kooperation: „Es ist geplant, dass an jedem Sonntagabend inmitten der Boulderanlage ein Gottesdienst gefeiert wird. Einmal im Monat wird dies eine Heilige Messe sein, der ich als Bischof vorstehe, ein anderes Mal ein Taizé-Gebet oder ein internationaler Schwerpunkt mit Worship & Bibel.“

Erfreulicherweise gibt die Kirche damit ihren Charakter nicht auf, auch wenn sie ihren zentralen Sakralraum für die Boulder-Community öffnet. In diesem Sinne bleibt auch die Pfarre und Seelsorgestelle erhalten. Kleinere Gottesdienste und Veranstaltungen werden zukünftig in der Kapelle und im Pfarrsaal im Erdgeschoß von Petrus Canisius stattfinden.

 

Umsetzungsschritte und Start am 7. November 

Die Umsetzung des Projekts erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Steinblock IBK GmbH, Diözese Innsbruck und der Stadt Innsbruck. Dabei schafft die neue Boulder-Halle ein wertvolles Angebot für Kletterer im Bereich der Arthur Haidl Promenade. Diese Inn-Promenade wird von der Stadt Innsbruck auf 7.000 Quadratmetern als Spiel- und Freizeitanlage komplett neugestaltet.

 

„Unser Ziel ist es, Projekte zu ermöglichen, die den Menschen in Innsbruck einen echten Mehrwert bieten. Die Boulderkirche wird mit ihrer öffentlicher Gastronomie, den verbesserten Fuß- und Radwegverbindungen sowie der neuen Infrastruktur zu einem offenen Treffpunkt für die Bevölkerung und zu einer Bereicherung für die gesamte Höttinger Au“, freut sich Bürgermeister Johannes Anzengruber über die erfolgreiche Gesamtentwicklung. Das Dreigestirn Arthur-Haidl Promenade, Boulder Kirche und das ab 2033 neue Höttinger Hallenbad werden den Stadtteil Höttinger Au mit einem runden Sport- und Freizeitangebot enorm aufwerten.

 

Für Innsbruck entsteht damit ein besonderer Ort, der Klettern und Architektur auf eine eher ungewöhnliche Art zusammenbringt. „Die Kletterszene kann es kaum erwarten“, weiß der ehemalige Profi Mattle, gerade die zentrale Lage sei ein riesiger Vorteil. Die Eröffnung ist für 7. November 2026 geplant.

Weiterhin Ort der Gemeinschaft und Seelsorge

Weiterhin Ort der Gemeinschaft und Seelsorge