Wir feiern heut ein Fest...

Das Interesse an Familiengottesdiensten ist in den letzten Jahren in vielen Tiroler Pfarrgemeinden gewachsen.

Familiengottesdienste zeichnen sich besonders durch die Einbindung der anwesenden Kinder aus. Meist finden diese Familiengottesdienste regelmäßig statt und Familien aus der Gemeinde besuchen sie gezielt.

Nützliche Links und Downloads: 

 

Fortbildungen für Ihre Pfarre:

Etwas tragen, ein Licht entzünden,...

Kinderelemente im Gemeindegottesdienst

Etwas zu tun haben, einmal aufstehen können, etwas in die Hand nehmen - Kinder lieben es, mitzumachen. Wie Familien mit Kindern in den Gottesdienst gut und einfach eingebunden werden können, zeigt der erfahrene Religionspädagoge und Erwachsenenbildner Mag. Raimund Wolf. Dabei bezieht er sich auf die ganzheitlich-sinnorientierte Pädagogik nach Franz Kett.

Termine:

  • Mi., 4. Oktober 2017, 19 bis 21 Uhr, Pfarrsaal Arzl im Pitztal
    Anmeldung erbeten bis 27.9., edith.kopp@aon.at, Tel: 0664 44 29 676

> Auf Anfrage (Dauer: ca. 2h) kommt der Referent auch in Ihre Pfarre! Kostenlos zu buchen im Familienreferat der Diözese Innsbruck, Tel. 0512/2230-4301, familienreferat@dibk.at

Der gute Hirte - Bodenbild nach Kett (c) marieelisabeth, de.wikipedia.org

Heilige Zeiten mit Kindern feiern

Praktische Ideen für geprägte Zeiten
  • Feiern, Basteln, Heimlichkeiten (Advent und Weichnachten)
  • Unterwegs zum Osterfest (Fastenzeit, Ostern)

Vorschläge zur Kinderliturgie und Bastelideen für und mit Kindern stellen wir bei unserer Veranstaltung  vor, mit der wir in deine Region kommen. 

Mehr Information: innsbruck.jungschar.at

Referentin: Dr.in Anna Hintner, Fachreferentin Kinderliturgie,  

> Auf Anfrage (Dauer: ca. 3h) auch in Ihrer Pfarre /Seelsorgeraum! Buchen bei der Kath. Jungschar, Tel: 0512/2230-4661, Kosten: Materialbeitrag.

pixelio.de / sassi

Wir wollen Kinder hören

Ein Interview zu "Kinder im Gottesdienst" mit Dr.in Anna Hintner, Referentin für Kinderliturgie, Katholische Jungschar der Diözese Innsbruck

Wieso ist es wichtig, dass Familien den Gottesdienst besuchen? 

Darf ich die Frage so verstehen: Für wen ist es wichtig, dass sie da sind? Ist es für die Familien wichtig? Ist es  für den Pfarrer wichtig? Ist es für manche Gottesdienstbesucher wichtig? Viele wünschen sich, dass Familien da sind. Aber dürfen Kinder dann auch Kinder sein? Und für den Herrgott, ist es für ihn wichtig, dass die Familien beim Sonntagsgottesdienst da sind? Es ihm sicher ganz wichtig, dass Familien, wenn sie da sind, auch ernst genommen werden.

Wie könnten Familien ernst genommen werden? 

Jede Gottesdienstgemeinde ist unterschiedlich. Oft haben wir eine sehr homogene Gruppe, vor allem sind es ältere Menschen. Das birgt die Chance, speziell auf diese Gruppe einzugehen. Sie haben es verdient, etwas zu haben, das ihnen wirklich gut entspricht. Sie sollen nicht das Gefühl bekommen: „Es sind ja nur wir“, sondern „ Weil wir da sind, sind wir wichtig“. Und so sehe ich es auch für Familien. „Wir sind da, wir sind wichtig, wir feiern.“  

Das ist bei einem Familiengottesdienst der Fall. 

Ja, doch. Aber Familiengottesdienste sind Spezialfälle. Ich glaube, dass Kinder, immer wenn sie in der Kirche sind, dort etwas für sich finden sollen. Sie sollten sich irgendwie bewegen können oder es gibt ein Lied speziell für sie oder sie dürfen etwas wohin tragen. Das heißt nicht, dass sich alles um die Kinder drehen muss. Aber sie sollen Kinder sein dürfen Die wenigsten wollen unter den Altar kriechen. Am Mittelgang zu schauen, was los ist, stört niemanden.

Schauen geht ja noch, was aber wenn ein Kind quatscht? 

Flüstern ist im Normalfall kein Problem und Kinder können das. Die Frage ist vielmehr: Findet ein Kind dort, wo wir es haben wollen, auch eine liebevolle Umgebung, ein Angenommensein, wertschätzende Blicke? Erfährt es, dass seine Bedürfnisse ernst genommen werden? Wenn es das findet, dann funktioniert das Miteinander. Klar geht man vielleicht auch einmal hinaus mit einem Kind. Aber das macht nichts. In der Ostkirche ist es ganz normal kurz hinauszugehen und wiederzukommen. Es stört nicht. Bei den Radioübertragungen, die ich begleite, wollen wir, dass man Kinder hört. Dadurch hört man die Gemeinschaft.

Braucht es mehr Ehrfurcht? 

In der Kirche ist man oft deshalb so ehrfürchtig, weil dort alles so heilig ist. Oft konzentriert sich die Ehrfurcht auf Gegenständliches. Vor der Gemeinschaft, vor dem einzelnen Menschen als Christuszeichen, hingegen hat man weniger Ehrfurcht. Kindern gegenüber wäre Respekt angebracht: Respekt vor ihrer Offenheit, Respekt vor dem Leben, das da explodiert. Das heißt nicht, dass sie auf dem Altar kraxeln sollen, aber man muss Räume für sie schaffen, wenn man sie respektiert. 

Wie schafft man diese Räume?  

Für das eine Kind passt ein religiöses Kinderbuch das eine Mal, dann wieder nicht mehr. Kleine Kinder gehen oft gerne mit, weil sie die Nähe der Eltern genießen. Eine Stunde lang mit Papa kuscheln können, sein Gesicht zu erkunden, herumzukraxeln, ihn ganz zu haben. Das ist ein unheimlich schönes und liebevolles Zeichen wie ein Platz für Kinder aussehen kann. Ganz tiefe Verbundenheit, ganz fest Zeit für einander haben, das drückt auch den Sinn der Feier mit aus. Für mich ist wichtig, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, das es nicht für jeden das Gleiche ist und auch nicht für den einzelnen immer das Gleiche. Das eine Mal will ein Kind voll teilnehmen, das andere Mal tunlichst in Ruhe gelassen. Es darf sich ein Kind auch einmal langweilen.

Müssen Kinder den Ritus der Heiligen Messe kennen? 

Ein Kind muss nicht alles wissen. Wenn es das eine oder andere punktuell schon verinnerlicht hat, dann langt das. Für den Rest hat es ein Leben lang Zeit. Es soll offen sein und ein Gefühl für Gottesdienst bekommen. Das bekommt man nur im Erleben. Aus einem Gottesdienst eine Schulstunde zu machen wäre sinnlos. Es ist wichtig für Kinder mystische Räume zu öffnen und ihnen die Möglichkeit der Stille zu geben.

Wie erkennen Kinder das Heilige? 

Sie erkennen es daran, wie sich die Erwachsenen verhalten. Ich ertappe mich beim Üben mit den Ministranten oft dabei, dass ich erkläre, wir müssen uns in der Kirche jetzt ordentlich aufführen. Stattdessen sollte ich hineingehen, ruhig werden, meine Kniebeuge machen und mich „ordentlich aufführen“. Dann könnte ich mir viel Rederei ersparen. Wenn Worte und Tun zusammenstimmen, dann ist es kein Thema mehr, ob Kinder wissen, was heilig ist. Sie haben einen Sinn für das Mystische. Die eigene Praxis zu hinterfragen, ist ratsam.

Ist das für Kinder wertvoll den Rhythmus des Sonntags und den Gang zur Kirche zu verinnerlichen? 

Natürlich. Eine gewisse Routine behütet. Außerdem kann ein Kind aus dieser Erfahrung später einmal schöpfen. Die Zeit, in der Kinder auf Distanz gehen, kommt bestimmt. Und oft kommt auch wieder eine Zeit der Rückkehr. DA ist es hilfreich, wenn man vieles schon kennt.

Aus: Lebenswelten 4/13 Link: innsbruck.jungschar.at

pixabay.com