Rückblick: Das System Milch - gut besuchter Kinoabend in Pfons

Der Kinoabend „Das System Milch“ am 21. November im Gemeindesaal Pfons stieß auf großes Interesse. Über hundert Besucher folgten der Einladung des Tiroler Bauernbundes Ortsgruppe Pfons und der Ortsbäuerinnen, die die Anwesenden mit regionalen Köstlichkeiten verwöhnten.

Milliardenschweres Geschäft 

Der Dokumentarfilm „Das System Milch“ ist eine filmische Reise. Bilder aus Dänemark, Deutschland, Italien, China und Afrika zeigen „zweckoptimierten“ Kühe, die wie Maschinen behandelt werden. Bauern, die unter großem Druck für Konzerne produzieren und kaum genug zum Überleben verdienen und riesigen Molkereien, deren Ziel es ist, immer neue Märkte zu erschließen. Regisseur Andreas Pichler zeigt die globalen Zusammenhänge auf und geht auch der Frage nach, ob es wirklich keine Alternative zu immer größer und immer mehr gibt. Antworten findet er in wissenschaftlichen Studien. Für die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung ist es vor allem wichtig, dass Lebensmittel regional produziert und verfügbar sind. Im Film wird die Alternative der kleinstrukturieren Milchwirtschaft durch ein Beispiel aus Mals aufgezeigt, wo der Biobauer, Alexander Agethle, Milchwirtschaft im kleinen Maßstab betreibt. Er hat zwar weniger Einnahmen, aber auch weniger Ausgaben, rechnet er vor. Seine Art, Landwirtschaft zu betreiben, bezeichnet er als Lebensmodell. 

Kleinstrukturierte Landwirtschaft im Wipptal 

Alexander Woertz, Bürgermeister von Pfons und selbst Bio-Heumilchbauer, unterstreicht in seinem anschließendem Kommentar die Wichtigkeit einer nachhaltigen und kleinstrukturierten Landwirtschaft, wie sie im Wipptal noch zu finden ist. Er ruft die Anwesenden auf, dies bei ihren Konsumentscheidungen mitzubedenken. Eine Besonderheit im Wipptal ist, dass die Milch nach Sterzing geliefert wird. Die Bauern erhalten so ein paar Cent mehr pro Liter Milch, was viele Höfe vor dem Zusperren rettete.

Maria Habernig-Fecht, Welthaus Innsbruck und Koordinatorin der Veranstaltungsreihe „Unser Essen in unseren Händen“ bedankte sich bei den Bauern und Bäuerinnen: „Wir gehören zu den wenigen Menschen, die überhaupt regionale qualitätsvolle Milchprodukte konsumieren können. Danke für diese Möglichkeit. Nutzen wir sie!“

Noch lange wurden die Eindrücke des Films diskutiert. Köstliche Gerstelsuppen, Schölfeler und Strauben der Ortsbäuerinnen halfen beim Verdauen der schweren Kost des Filmes und sorgten für einen gemütlichen Ausklang des Kinoabends.

Foto: Maria Habernig - Abdruck kostenfrei