Meine erste Projektreise nach Burkina Faso!

ie Reise nach Burkina Faso war nicht nur meine erste Projektreise, sondern zugleich auch die erste Reise nach Afrika und entsprechend aufregend. Tief eingeprägt hat sich mir diese besondere Erfahrung.

Ouagadougou ist wahrlich keine schöne Stadt. Die Straßen sind selten geteert, überall Plastikmüll, und alles ist überzogen von einer rötlichen Staubschicht. Doch gerade da gewann mein Abenteuer Farbe und Charme. Auf den Straßen herrscht ein reges, aber gemütliches Treiben. Der Anblick von Frauen auf Mopeds, die dabei mit größter Selbstverständlichkeit ihre Kinder in Tüchern auf dem Rücken tragen, ließ mich staunen.

Die Begegnungen mit unseren Projektpartnern vor Ort wie den Begünstigten aus den Projekten haben mich berührt. Ich habe eine unglaubliche Gastfreundschaft erfahren und konnte ein Verständnis für die Lebensbedingungen weit über die Lektüre von Projektberichten hinaus entwickeln. Die verschärfte Sicherheitslage im Land schien zumindest in der Hauptstadt weit weg. Aber da sind auch die Ambivalenzen. Ich sehe mit eigenen Augen, wie die Leute leben und kann trotzdem nicht ganz begreifen, was es heißt, auf die eine Regenperiode im Jahr angewiesen zu sein, und in der Angst vor einer Terrorattacke leben zu müssen. Im Kontrast dazu steht die Gelassenheit der Menschen.

Diese Projektreise hat mir einen ganz besonderen Zugang zu meiner Arbeit ermöglicht, zugleich aber auch zum Nachdenken angeregt. Ja, ich fühle mich mehr angekommen in meiner Arbeit. Aber ich habe auch den Eindruck, dass es der Beginn einer noch viel längeren Reise ist, die wir in den kommenden Jahren gemeinsam bestreiten müssen, um ein gutes Leben für alle möglich zu machen.                                                                                                                                                                             

Text und Foto: Carlotta Schlosser