Lockdown in Indien: Kampf gegen Covid19 sowie gegen Ausgrenzung

Bappaditya Mukherjee, Projektpartner der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, arbeitet für die Kinder- und Jugendorganisation Prantakatha. Momentan kümmert er sich neben seinem Job verstärkt um seine betagten Eltern, führt den Haushalt und versucht so gut es geht, mit den neuen Herausforderungen umzugehen. Dabei beobachtet er die derzeitige Entwicklung im Umgang mit der Krankheit mit großer Sorge.

Als zweitgrößtes bevölkerungsreichstes Land der Welt befindet sich Indien in einer äußerst kritischen Situation. 1/3 der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und kann sich kaum gegen die Krankheit schützen. Auch das Gesundheitssystem wäre bei einer weiteren Ausbreitung von COVID-19 massiv überlastet. Obwohl es wichtig sei, sich und andere gesund zu halten, bestünde der Kompromiss nun gerade darin, sich sozial zu distanzieren, ohne Menschen und vor allem marginalisierte Personengruppen auszuschließen.
"Unberührbarkeit‘ dürfe auf keinen Fall in einem anderen Paket nach Indien zurückkommen“, betont Mukherjee. Besonders jetzt, wo Tausende von Wanderarbeiter*innen aus Mumbai, Uttar Pradesh und Delhi in ihre Heimatdörfer zurückkehren, bestünde eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung  zunehmen. „Wir als Organisation und als Einzelpersonen müssen gemeinsam lernen, wie wir die Gratwanderung einer gesundheitsbewussten Gesellschaft auf der einen Seite und die Aufrechterhaltung einer vernetzten und humanen Gemeinschaft auf der anderen Seite meistern. Der Schlüssel dazu sei Liebe“, so der indische Projektpartner. 

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