Aufbrechen in eine andere Welt!

Ein Jahr lang lag das Ansuchen in der Schublade, bis wir uns nach der nötigen Vorbereitung auf den Weg machten. Eine Gruppe aus Tirol, Katharina, Lea, Gottfried, Georg und Konrad, alle über 70 Jahre alt, sagten „Ja“ zu diesem Projekt, obwohl ihnen die Strapazen und Kosten sehr wohl bewusst waren. 

Ziel war Ludo in der Diözese Cuenca in Ecuador, um dort beim Bau eines Bildungszentrums mitzuarbeiten und finanzielle Hilfe zu leisten. Die Notwendigkeit der Bildung haben die Leute sehr wohl erkannt, hatten aber bisher kaum die Möglichkeit.Ludo liegt auf 2.600 m Meereshöhe, umgeben von 20 Dörfern, etwa in der Länge des Inntales, zwei Fahrstunden von der Stadt entfernt. Die Bevölkerung lebt vorwiegend von der Landwirtschaft (Kleinbauern), nur wenige fahren  in die Stadt, um dort zu arbeiten oder auch um eine Arbeit zu finden. Betreut wird die Gegend von zwei Steyler Missionaren, einem Spanier mit 77 Jahren und einem Inder, der 39 Jahre alt ist.

Am 3.11.2019 starteten wir in Innsbruck und kamen schlussendlich nach einer beschwerlichen Fahrt über eine löcherige Schotterstraße in Ludo am 4.11.2019 an. Zu unserem Erstaunen sahen wir, dass der Bauplatz bereits vorbereitet war.

 Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde die Grundsteinlegung vorgenommen. Laut Plan soll das Gebäude 20 mal 10 Meter betragen, mit einer angeschlossenen Küche und sanitären Anlagen. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 60.000.- Dollar (Ecuador hat die US-Währung) Nach einer Umplanung unsererseits konnten die Kosten etwas gesenkt werden. Zu bezahlen waren vor allem der Baumeister, der von uns angestellt wurde und die Materialkosten.

 Alle anderen Arbeiten wurden in freiwilligen Schichten von der einheimischen Bevölkerung geleistet. Es war großartig, wie die Leute die Einteilung vom P. José befolgten, jeden Tag kam ein anderes Dorf dran, einmal waren sogar 60 Personen, Frauen, Männer und Jugendliche da und halfen tatkräftig.

Für uns standen neben der Planung und Finanzierung vor allem die Organisation und Werkzeugbeschaffung im Vordergrund. Für die Frauen war die Mithilfe in der Küche sehr gefragt, denn wir waren bis zu 70 Personen beim gemeinsamen Mittagessen. An den Wochenenden konnten wir mit den Missionaren hinausfahren in die Dörfer und dort sehr lebendige Gottesdienste mitfeiern. Georg hatte seine Ziehorgel mit, mit der er auch zur musikalischen Umrahmung der Feier beitrug.

Nach  fünf Wochen, mussten wir wieder Abschied nehmen. Mit dem Bau waren wir in Dachhöhe angelangt und waren uns sicher, dass die ansässige Bevölkerung, „ihr Werk“ zu Ende führen wird. 16.000.- Dollar wurden inzwischen aufgebraucht, und weitere 21.000.- konnten wir hinterlassen.

Allen Spenderinnen und Spendern möchten wir, auch im Namen der Bevölkerung von Ludo und Umgebung, einen aufrichtigen Dank aussprechen, denn ohne euch wäre dieses tolle und erfolgreiche Projekt sicher nicht möglich gewesen.

 Konrad Piok