Kirchliche Flüchtlingskonferenz in Heiligenkreuz

"Facing a Crisis with many Faces": Unter diesem Motto stand das von der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) organisierte Treffen von Bischöfen und kirchlichen Migrationsexperten in Heiligenkreuz (NÖ)

"Facing a Crisis with many Faces": Unter diesem Motto stand das von der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) organisierte Treffen von Bischöfen und kirchlichen Migrationsexperten aus dem Nahen Osten, Süd-, West- und Osteuropa, das bis Dienstagnachmittag in Heiligenkreuz (NÖ) stattfand. In seiner Funktion als COMECE-Koordinator für Flucht, Migration und Integration hatte der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics zu dieser internationalen Konferenz in das Stift eingeladen.
"Das Leid der Menschen, von Frauen, Männern und Kindern drängt uns zu offenen und konstruktiven Diskussionen", so Bischof Zsifkovics. Dass so viele Kirchenvertreter nach Heiligenkreuz gekommen sind, sei ein "kraftvolles Zeichen" christlicher Einmütigkeit.
Bei der nicht öffentlichen Tagung sei es um eine Plattform gegangen, in der die Bischöfe offen und in einem geschützten Raum Erfahrungen und Standpunkte austauschen, die zum Teil durchaus kontrovers sein könnten. Die Gesprächsbeiträge der Tagungsteilnehmer aus den Herkunfts-, Transit- und Zielländern der Flüchtlinge seien auch ein Spiegelbild ihrer unterschiedlichen politischen und sozialen Realitäten, so Zsifkovics. Ziel sei es freilich, "Seite an Seite in die Zukunft zu gehen", betonte der Bischof. Die Situation der Flüchtlinge in Europa beschäftigt die COMECE seit langem. Bereits im Dezember des Vorjahres hatte Bischof Zsifkovics im Auftrag der COMECE ein grundlegendes Positionspapier zum Thema erstellt, das von COMECE-Präsident Kardinal Reinhard Marx an die EU-Institutionen sowie die Staats- und Regierungschefs der EU übermittelt wurde.
Die Tagung in Heiligenkreuz war laut EU-Bischofskommission "ein weiterer Schritt in den Bemühungen der katholischen Kirche, sich aktiv und konstruktiv in die politische und gesellschaftliche Debatte einzubringen". Die Ergebnisse der Beratungen sollen bei der nächsten Vollversammlung der COMECE Anfang März in Brüssel vorgestellt werden. Dort sollten dann konkrete Schlussfolgerungen gezogen werden, wie COMECE-Generalsekretär Patrick Daly am Dienstag betonte.
Nach Heiligenkreuz waren u.a. Kardinäle, Bischöfe und weitere Kirchenvertreter aus Syrien, Irak, Griechenland, Ungarn, Kroatien, Bulgarien, Mazedonien, Serbien, Deutschland, Österreich und Skandinavien gekommen. So nahmen an der Tagung u.a. der ungarische Primas-Kardinal Peter Erdö, der chaldäisch-katholische Patriarch Raphael Louis Sako und der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo SJ, teil.