Jakob Bürgler verteidigt Asyl als "heiliges Recht"

Diözesanadministrator Jakob Bürgler in der "Tiroler Tageszeitung": "Ängste, die mit diesem Thema verbunden sind, sollten auf höheres Prinzip, dass Menschen, die von Krieg und Gewalt traumatisiert sind, ein Recht auf Asyl haben, ausgerichtet sein"

Innsbruck, 19.3.2016 (KAP) Der Innsbrucker Diözesanadministrator Jakob Bürgler verteidigt das Asylrecht als "heiliges Recht" und spricht sich gegen Obergrenzen bei der Aufnahme von Asylwerbern aus. "Alle Ängste, die mit diesem Thema verbunden sind, Ohnmacht und Bedrohung, die die Menschen empfinden, sollten auf das höhere Prinzip, dass Menschen, die von Krieg und Gewalt traumatisiert sind, ein Recht auf Asyl haben, ausgerichtet sein", betonte Bürgler am Samstag in der "Tiroler Tageszeitung". 
Der Belastung, der Österreich und Tirol bei der Unterbringung und Betreuung von Asylwerbern ausgesetzt sind, hält Bürgler für eine "große Herausforderung", die ein mehr an Solidarität auf europäischer Ebene verlangen. "Weil diese nicht vorhanden ist, werden einige Länder über Maßen belastet." 
In der Diözese Innsbruck stellt die Kirche aktuell rund 500 Quartiere für Asylwerber zur Verfügung. Man sei sich der Aufgabe, Menschen Obdach zu geben, bewusst. Dennoch komme es auch innerhalb der Kirche immer wieder zu Diskussionen, räumte Bürgler ein. "Da entstehen durchaus Spannungen zwischen der Kirchenleitung und den Erfahrungen der Menschen vor Ort. Trotzdem ist es unsere Aufgabe, Menschen Obdach zu geben." Bei der Unterbringung setze die Kirche vor allem auf Klein-Quartiere, die eine bessere Integration ermöglichten, so der Administrator. Integration funktioniere nahezu problemlos in kleineren Einheiten. 
Nicht ganz einfach sei allerdings, so Bürgler, der Dialog mit dem Islam; "weil die unterschiedlichen muslimischen Gruppen nicht vernetzt sind". Deshalb funktioniere der Dialog mit manchen Gruppen besser als mit anderen. Dass sich viele gewaltbereite Muslime unter dem Schutzmandel der Flüchtlingsströme niederlassen würden, glaubt der Administrator allerdings nicht.