GEBT MIT BILDER! – Zeitgenössische Kunst in Innsbruck und Hall

Rund 50 Werke international anerkannter Künstler der Gegenwart sind vom 8. März bis 30. September in Kirchen und auf kirchlichen Plätzen in Innsbruck und Hall zu sehen. Die Kunstwerke sollen neue Räume des Staunens, der Nachdenklichkeit und vielfältiger Inspiration eröffnen. Die Ausstellung öffnet einen intensiven Dialog rund um existentielle Themen des Menschseins und des Glaubens, weil Petrus Canisius Bildung, Religiosität und soziales Verhalten immer als zusammengehörig verstanden hat.

Ausstellungsorte:

Innsbruck:
Dom zu St. Jakob (Mo – Sa 10.15 – 19 Uhr, So 12.30 – 19 Uhr)
Spitalskirche (tägl. von 8 – 22 Uhr) – NUR BIS 12. JULI 2021
Jesuitenkirche (tägl. 8  – 19 Uhr)
Bischofshaus (Mo – Fr 8 – 12 Uhr, sowie Di, Mi, Do 13 – 16 Uhr)  

Hall in Tirol: 
Jesuitenkirche (Fr – So 11 – 18 Uhr)
Pfarrkirche St. Nikolaus (tägl. 9 – 19 Uhr, außer während der Gottesdienste) 
Schneiderkirche (Fr-So 11 – 17 Uhr)
Friedhof Hall 

Die Orte der Ausstellung

Dom zu St. Jakob, Innsbruck

Im Dom St. Jakob in Innsbruck verdichten Werke von Mark Wallinger und Herbert Hamak die Nachfrage nach Person und Bedeutung des Jesus von Nazareth. Es geht um die Spannung zwischen der Figur des erniedrigten Christus und der geoffenbarten ewigen Weisheit.

Kuratorenführungen

Im Mai und im Juni werden in Innsbruck und in Hall kuratierte Führungen durch die Ausstellung "Gebt mir Bilder" mit Kurator Dr. Hubert Salden angeboten:

  • In Innsbruck jeweils am Freitag und Sonntag um 16 Uhr. Treffpunkt Domplatz.
  • In Hall jeweils am Samstag um 16. Treffpunkt Jesuitenkirche Hall.

Die Biographien der Künstler

Michel Abdollahi (1981 in Teheran, lebt in Hamburg)
Seit 2000 in der deutschsprachigen Poetry-Slam Szene aktiv, 2005 Gründung der Hamburger Veranstaltungsreihe „Kampf der Künste“ gemeinsam mit Jan-Oliver Lange, diverse Bühnenliteraturformate. 2014-2017 Außenreporter für das Kulturjournal des NDR, seit 2015 Teil der Reihe Panorama – Die Reporter, 2017 für den Grimme-Preis und 2018 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Seit den 1990ern als abstrakter Maler unter dem Pseudonym Arte aktiv. 

 

Hans Andre (1902-1991 in Innsbruck)
1924 – 29 Kunstgewerbeschule Wien bei Eugen Steinhof, Mitarbeiter des Tiroler Architekten Clemens Holzmeister. 1932 Staatsatelier, 1935 Kunstbeirat der Stadt Wien, ab 1936 lebte er vorwiegend in Innsbruck. Nach dem Krieg Fresken für die Spitalskirche, die Servitenkirche und den Dom zu St. Jakob. 1954-1967 Professor an der Akademie der Bildenden Künste Wien. 

 

Guillaume Bruère (1976 in Frankreich, lebt in Berlin)
Studium an der École des Beaux-Arts in Nantes, Einzelausstellungen u.a. 2021 Dead & Alive. Old Masters KULTUM Graz 2019, Kunsthaus Zürich, Museo Lázaro Galdiano Madrid, Museo El Greco Toledo; 2016 Portaits of Refugees, Deutsches Museum Berlin; 2015 François I. illimité, Schloss Chambord; 2012 Tausendfüßler, MARTa Herford. 

 

Berlinde De Bruyckere (1964, lebt in B-Gent)
Einzelausstellungen Auswahl: 2021 Bonnefanten Museum, NL-Maastricht; 2020 Middelheimmuseum, B-Antwerpen; 2019 Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, I-Turin; 2018 Museum Hof van Busleyden, B-Mechelen; Sara Hildén Art Museum, FIN-Tampere; 2017 Kunsthal DK-Aarhus; 2016 National Gallery of Iceland, IS-Reykjavik; Leopold Museum, A-Wien; 2015 Musée d'Art Moderne et Contemporain, F-Strasbourg; Kunsthaus A-Bregenz/ Kunstraum A-Dornbirn; Gemeentemuseum NL-Den Haag; 2014 S.M.A.K., B-Ghent; La Maison Rouge, F-Paris; 2013 La Biennale di Venezia, Belgischer Pavillon. 

 

Christo (1935 in Bulgarien – 2020 in New York, USA)
Sein bürgerlicher Name lautet auf Christo Wladimirow Jawaschew. Nach Studien in Sofia und Wien zog er nach Paris, wo er seine Ehefrau Jeanne-Claude kennenlernte, mit der er bis zu ihrem Tod 2009 das gemeinsame künstlerische Konzept der Verhüllungen von Architektur oder Landschaft umsetzte. Im Jahr 1964 siedelte das Paar nach New York über. Als erstes Projekt verhüllte das Künstlerpaar in Köln einen Fässerstapel, 1969 eine Küste in Australien und ein Jahr später zogen sie einen Vorhang durch ein Tal der Rocky Mountains. Zu den zahlreichen berühmten Verhüllungen gehörte 1995 die Verhüllung des Berliner Reichstags. 

 

Eva Grubinger (1970 in Österreich, lebt in Berlin)
Studium von 1989-95 an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Valie Export, Prof. Katharina Sieverding. 2020 Tobias Naehring Gallery, D-Berlin; 2019 Belvedere 21, A-Wien; The Box, GB-Plymouth; 2018 Tobias Naehring Gallery, D-Leipzig; 2017 Villa Serpentara, I-Olevano Romano; 2016 Bloomberg Space, GB-London; Kunstverein am Rosa-Luxemburg-Platz, D-Berlin; Tobias Naehring Gallery, D-Leipzig; ABC - Art Berlin Contemporary,  D-Berlin; Unfair, PL-Warsaw; 2015 fig-2, Institute of Contemporary Arts, GB-London. 

 

Herbert Hamak (1952, lebt in Unterfranken)
1972-1980 Studium der Malerei an der Städel Schule, Frankfurt am Main; Recherchen über die Farbe im Raum. 2010 Kenji Taki Gallery, J-Tokio; 2010 Museum Haus Lange, D-Krefeld; 2009 Schnütgen Museum, D-Köln, 2006 Peggy Guggenheim Collection, I-Venedig, 2004 Fassade der Kathedrale in I-Atri, 2004 Bocconi Universität, I-Mailand. 

 

Wolfram Köberl (1927 – 2020 in Innsbruck)
Für das Werk des Malers und Bildhauers sind die großen Aufträge zu Fresken kennzeichnend, wie dem Freiburger Totentanz, der Josephskapelle in Düsseldorf, dem Kreuzweg in St. Georgenberg-Fiecht oder dem Deckenfresko im Schloss zu Bruchsal und vielen mehr. 

 

Zenita Komad (geb. 1980 in Österreich, lebt in Tel Aviv)
Studium in Wien an der Hochschule für Angewandte Kunst und der Akademie der Bildenden Künste; zahlreiche Ausstellungen vorwiegend in Österreich, darunter 2015 im Innsbrucker Taxispalais. 

 

Zlatko Kopljar (geb. 1962 in Bosnien und Herzegowina, lebt in Kroatien)
Mit dem Grundgedanken der Konstruktion arbeitet er künstlerisch in den Bereichen Fotografie, Video, Performance; zahlreiche Ausstellungen in Kroatien, darüber hinaus 2005 Sao Paulo Art Biennale; 2003 The Kitchen, New York; 2002 Gallery Manes, Prag. 

 

Elke Krystufek (geb. 1970 in Wien, lebt dort und zeitweise in Berlin)
Malerin, Archivarin, Autorin; 2009 Österreichische Pavillon auf der Biennale di Venezia; zahlreiche Ausstellungen in Wien, darüber hinaus 2004 im Kunstraum in Innsbruck.  

 

William Lamson (geb. 1977 in Virginia, lebt in New York)
Er studierte von 2003 – 2006 am Bard College; seine Videos, Installationen und Performances, indoors und outdoors, sind Recherchen zu den Elementen. Seine künstlerischen Arbeiten werden zahlreich in den USA präsentiert.  

 

Clare Langan (geb. 1967 in Dublin, lebt dort)
Sie studierte Kunst in Dublin am Nation College of Art und Design. Mit ihren Filmen vertritt sie Irland in zahlreichen Biennalen, darunter 2009 im Museum of Modern Art Tel Aviv, 2002 Liverpool Biennial; 2002 in der Bienal de Sao Paulo.  

 

Thomas Locher (geb. 1956 im Alb-Donau-Kreis, lebt in Berlin und Kopenhagen)
Er studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste und der Universität Stuttgart; seit 2017 ist er Rektor der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig; mit seinen konzeptionellen Arbeiten ist er auf zahlreichen Ausstellungen vorwiegend in Deutschland vertreten, darunter 2010 auf der 6. Berlin Biennale.  

 

Kris Martin (geb. 1972 in Belgien, lebt in Gent)
Mit seinen konzeptionellen Arbeiten ist er auf zahlreichen Ausstellungen vorwiegend in Deutschland vertreten, darüber hinaus 2013 White Cube, London; 2012 Kunsthistorisches Museum, Wien.  

 

Olaf Nicolai (geb. 1962 in Halle an der Saale)
Er studierte an der Universität Leipzig und ist Professor für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Mit seinen konzeptionellen Arbeiten ist er fast an allen wichtigen Orten des zeitgenössischen Kunstgeschehens präsent, darunter 1997 documenta X in Kassel, 2001 und 2005 Biennale di Venezia.  

 

Adrian Paci (geb. 1969 in Albanien, lebt seit 1997 in Mailand)
Er studierte Kunst an der Kunstakademie in Tirana. Seine fotografischen Arbeiten, Filme, Objekte, Installationen sind in zahlreichen Ausstellungen in Europa vertreten, z.B. 2005 Biennale di Venezia. Über Europa hinaus 2007 im MoMA PS1.  

 

SUSI POP 
ist ein Künstlerduo, das seine Anonymität wahrt, von einer Berliner Galerie vertreten wird und in zahlreichen Sammlungen von Künstlern vertreten ist. Die Arbeiten basieren auf der Anwendung von Magenta als des homogenen Farbtons des Bildwerks.  

 

Andrej Tarkowskij (geb. 1932 in der UdSSR – 1986 Paris)
Der sowjetische Filmemacher ist unter Filmschaffenden sehr geschätzt, z.B. Ingmar Bergmann; 2002 Retrospektive seines filmischen Werks im Centre Pompidou in Paris; 1988 wurde ein Asteroid nach ihm benannt.  

 

Mark Wallinger (geb. 1959 in Essex, lebt bei London)
Er studierte an der Chelsea School of Art und am Goldsmith College. Der Künstler wird der Gruppe der Young British Artists zugerechnet, nahm an den beiden gefeierten Sensation-Ausstellungen in London teil. Er ist zu zahlreichen Ausstellungen weltweit eingeladen, z.B. 2001 im Britischen Pavillon auf der Biennale di Venezia. Er wurde 2007 mit dem Turner Prize ausgezeichnet, dem bedeutendsten britischen Kunstpreis.  

 

Franz Erhard Walther ( geb. 1939 in Fulda, lebt dort)
Er studierte an den Kunsthochschulen in Offenbach am Main, Frankfurt am Main und Düsseldorf, lebte in New York, stellte dort im Museum of Modern Art aus. Der Bildhauer, Konzept-, Installations- und Prozesskünstler wurde sehr jung als Professor an die Hochschule für bildende Künste Hamburg berufen. Er gilt international als eine Schlüsselfigur der partizipativen Gegenwartskunst. Auf der Biennale di Venezia 2017 wurde er mit dem Golden Löwen als bester Künstler ausgezeichnet.