Gruß zum Palmsonntag 2020

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner der Pfarren Allerheiligen und Kranebitten!

 

Zu Beginn der Coronakrise wurde die Hecke vor unserer Kirche radikal zurückgestutzt. Kahl steht sie da. Aber: Zwar noch ganz klein - zeigen sich an ihr die ersten zarten Blättchen. Sie laden zu geduldiger, wachsamer Hoffnung ein! Wie die Palmzweige an diesem Sonntag!

In der Karwoche hören wir, wie die Geschichte der Liebe Gottes mit uns Menschen in die Krise kommt, mit tödlichem Ausgang. In Jesus zeigt sich: Gottes Liebe geht für uns Menschen bis zum Äußersten, bis in den Tod. Dieser ist damit auch nicht mehr das, was er für den Menschen war. Er ist nicht mehr das Ende, sondern wird zum Tor zur Vollendung. Jesu Auferstehung ruft uns Menschen zur Fülle des Lebens.

Selbst wenn die derzeitige Krise für so viele Leid und für zu viele den Tod bedeutet: Es gilt: "Geheimnis des Glaubens: Im Tod ist das Leben!"

Ich wünsche uns an den Tagen dieser für Christen heiligsten Woche ein tieferes Kennenlernen von Jesus Christus und der geheimnisvollen, aufdeckenden und heilenden Liebe Gottes zu jedem von uns.

Wer bei Gott eintaucht, taucht neben dem Menschen auf: Auch bei der häuslichen Gottesdienstfeier kann auf die Fürbitten eine „Kollekte“ eine Gabe für Notleidende folgen. Man kann gemeinsam eine karitative Organisation auswählen, und einen Geldbetrag spenden. Obdachlose, Flüchtlinge, Opfer von häuslicher Gewalt u.a. brauchen gerade jetzt unsere tatkräftige Hilfe! Für Flüchtlinge aus Idlib/Syrien wird der Spendeneingang bei „Nachbar in Not“ bis Ostern von der Bundesregierung verdoppelt!

Bitte scheuen Sie sich nicht, im Notfall auch selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen: Ob die pfarrliche Nachbarschaftshilfe, die Telefonbrücke oder die Unterstützung durch die Vinzenzgemeinschaft. Wir helfen gerne und vertraulich! Tel.: 0512/281724 oder 0650/5701644.

Eine große Chance in dieser Zeit ohne öffentliche Gottesdienste ist das bewusste Beten, Feiern und Segnen zu Hause! Kraft der Taufe sind wir Menschen, besonders ihr Eltern Gesegnete, die einander ein Segen sind und andere, Palmzweige, Brot und Osterlichter segnen dürfen und sollen!

Ich werde die Palmprozession mit den Kindern heuer sehr vermissen! Trotzdem wünsche ich uns allen, dass viel von dem freudigen „Hosiannah!“ beim Einzug in Jerusalem in den häuslichen Feiern auf uns überspringt!  
 
Pfarrer Bernhard Kranebitter