“Lupang ninuno”- “Land ist Leben. Rohstoffe und Menschenrechte auf den Philippinen”

“Tot war unser Fluss, ganz anders als in meiner Kindheit. Ich vermisste die Krabben, die Insekten und alles was unseren Fluss lebendig gemacht hat“, beginnt Rolando Larracas zu erzählen.

Als er als erfahrener Gemeindeentwickler mit seiner Familie in seine Heimatinsel Marinduque zurückkehrt, bemerkte er eine Reihe von Veränderungen und begann sich und andere zu fragen, was denn los sei. Er besuchte entlegene Siedlungen, riskierte die Querung des vergifteten Flusses und hörte von den Sorgen und Leiden der Menschen. Hautkrankheiten, Fehlgeburten und die toten Fische waren akute Auswirkungen des Zusammenbruchs des Dammes, der den Minenabfall sichern hätte sollen. 1996 fand die größte Umweltkatastrophe der Philippinen als Folge des Raubbaus an Erzen statt, der gesamte hochgiftige Abfall ergoss sich in einem Fluss, der bis heute aufgrund der chemischen Reaktionen blau schimmert und toxisch ist. (FOTO) Die Menschen zu ermutigen und zu organisieren, war der Beginn seines Engagements für die Nichtregierungsorganisation MACEC (Marinduque Council for Environmental Concerns). Trotz Bedenken seiner Frau, dass er lieber Geld für die Familie verdienen sollte, als sich ehrenamtlich und politisch zu engagieren, erreichte er zusammen mit seinem Mitstreiter*innen nicht nur eine beachtliche Protestbewegung, sondern auch ein Moratorium, also ein Abkommen, dass die nächsten 50 Jahre nicht weiter geschürft werden darf. Heute wirkt er selbst als politischer Vertreter auf lokaler Ebene mit, um das Zusammenleben zu gestalten.

Die Zuhörer*innen in den Workshops im Rahmen des Programmes Begegnung mit Gästen, das von der ADA gefördert wird, waren betroffen. Dass ausgerechnet der steigende Konsum von technischen Geräten, die den Menschen eigentlich helfen sollen, so viel Leid und Zerstörung erzeugt. Ältere Teilnehmer*innen berichteten dann auch von eigenen Erfahrungen von Umweltzerstörungen wie dem Antimon im Wasser von Maurach, den Felsstürzen beim Eifelschrofen (ehemaliger Schwazer Silberbergbau) oder auch dem Zuschütten kleinerer Täler durch Tunnelaushub in Tirol. „Hilfreich wäre es Solidaritätsbekundungen mit nach Hause nehmen zu können und so uns im Kampf für Umweltgerechtigkeit zu unterstützen“, gibt Herr Larracas den Zuhörer*innen noch mit.

Das Engagement von Rolando Larracas und den Mitgliedern von MACEC zeigt wie wichtig es ist, sich zusammen zu tun und gemeinsam gegen Unrecht vorzugehen. Das kann auch Rina Libongen von CorDIS CorDis (Cordillera Disaster Response & Development Services), ebenfalls einer Nichtregierungsorganisation auf den Philippinen, die sich auch gegen die Naturausbeutung stellt, bestätigen. Nur gemeinsam können wir „Environmental Justice“ erlangen und das ist wichtig, denn das Land ist Leben.