Krieg in Bergkarabach

„Bitte betet für uns und vergesst uns nicht!" Diese verzweifelten Worte haben uns letzte Woche von einer Kollegin der Caritas Armenien per Mail erreicht. Denn der eingefrorene Konflikt rund um die Region Bergkarabach zwischen Armenien und Aserbaidschan ist am 27. September wieder aufgebrochen und zeigt sich von der grausamsten Seite.

Seit Wochen gibt es erneute gewaltvolle Gefechte. Es gibt zahlreiche verletzte Menschen und Tote. Die seit Jahrhunderten von ArmenierInnen besiedelte Region Bergkarabach gehört völkerrechtlich seit der Sowjetzeit zu Aserbaidschan. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 90er Jahren verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird heute ausschließlich von ArmenierInnen bewohnt. Obwohl es immer wieder zu Spannungen kam, ist der aktuelle Ausbruch an Kämpfen der Schlimmste seit den 90er Jahren. Dass der Konflikt nun auf den Schultern der Menschen, die in dem Gebiet wohnen, ausgetragen wird, ist eine humanitäre Katastrophe.

Viele Menschen sind bereits aus Bergkarabach geflüchtet, auf sie konzentriert sich auch die Nothilfe der Caritas. In der Region Shirak arbeitet die Caritas Armenien eng mit der Regionalverwaltung zusammen, welche Familien an die Caritas verweist. Die Caritas betreut diese derzeit finanziell und psychologisch.

Wie zum Beispiel auch die Familie des vierjährigen Aram (Namen geändert). Er ist gemeinsam mit seiner Mutter, seiner kleinen Schwester, seiner Großmuttter und seinem Großvater vor den Bomben in Stepanakert, der Hauptstadt der Region Bergkarabach, geflohen. Dort mussten sie in einem Luftschutzkeller ausharren.  Jetzt sind sie an einem sicheren Ort in Armenien, wo es keine Bomben mehr gibt. Aber Aram hat eine post-traumatische Belastungsstörung entwickelt, ist oftmals aggressiv und sagt immer wieder „Flugzeug, schwarzes Flugzeug“.

Aram und seine Familie werden von der Caritas unterstützt. Mit den Mitteln von Caritas Österreich können 240 Familien zwei Monate lang betreut werden.

Wenn Sie diese konkrete Hilfe für die Flüchtlinge unterstützen möchten, dann ist das natürlich möglich unter: Raiffeisen Landesbank Tirol  // IBAN: AT79 3600 0000 0067 0950 // Verwendungszweck: Armenien Nothilfe  

Foto: Caritas Armenien