BUT BEAUTIFUL - Klimakino in Inzing

Die Klimabündnisgruppe feierte am 24. September das 10-jährige Bestehen der Reihe „Klimakino“ mit dem Film "But Beautiful". Diesmal wurde der Kinoabend als Radlkino abgehalten. Der Strom für Beamer und Tonanlage wurde von Radfahrer*innen vor Ort erzeugt.

Es war heuer eine äußerst spannende Zeit, bis wir am 24.9. endlich den Film zeigen konnten. Ursprünglich war das Kino als Jugendprojekt des Vereins CUBIC im Frühsommer geplant. CUBIC wäre mit einer Hand voll Jugendlicher mit dem Kinoequipment durch Tirol getourt. Durch die Corona-Einschränkungen war es dem Verein allerdings nicht möglich, Jugendliche aus ganz Europa für das Radlkino zu gewinnen. Somit wurde der Termin in den Herbst verschoben. Aber auch Ende September hat sich die Lage wieder deutlich verschlechtert, sodass auch diesmal keine Jugendlichen gefunden werden konnten. Also mussten wir kurzfristig noch Radfahrer*innen für das Kino finden. Innerhalb kürzester Zeit war es gelungen, 20 Leute zu finden, die mit ihrer Muskelkraft den Strom für den Filmabend erzeugen sollten. Mit dabei waren auch der ASV Sektion Rad und der Verein BOI (BergOiFahrn Inzing). Aber auch Bürgermeister Sepp Walch und Pfarrer Josef Scheiring konnten wir als Radfahrer gewinnen.

Dann kam es mit den Corona-Maßnahmen eine knappe Woche vor der Veranstaltung noch schlimmer. Für Indoor-Treffen wurde die maximale Teilnehmerzahl auf 10 reduziert. Mit zugewiesenen Plätzen hätten wir es immerhin auf 50 Gäste gebracht. Gemeinsam mit dem Bürgermeister haben wir uns kurzfristig dazu durchgerungen, das Kino jedenfalls als Open Air im Schulhof zu veranstalten. Bei Schlechtwetter hätten wir es abgesagt. Wir waren also vom Wetter abhängig. Am Tag der Veranstaltung war recht gutes, aber föhniges Wetter angesagt.

Die letzte Unsicherheit war jetzt noch, ob bei diesen verschärften Corona-Maßnahmen überhaupt interessierte Gäste kommen werden. Eine halbe Stunde vor Beginn trafen dann aber bereits die ersten Radfahrer*innen ein und probierten auch gleich die Technik aus. Drei von fünf Fahrrädern haben wir für die ASV-Fahrer*innen reserviert. Gleich zu Beginn haben die sehr erfolgreichen Nachwuchsfahrer*innen Ramona und Lukas Griesser mit ihrem Vater Thomas, dem Obmann des Rennteams, in die Pedale getreten.

Auf den beiden anderen Fahrrädern wurde ca. im 20-Minuten Takt gewechselt. Zwischendurch waren dann auch Sepp Walch und Josef Scheiring als „Stromlieferanten“ am Werk. 

Die Technik funktionierte bis zum Schluss ohne Probleme. Johannes Schett vom Verein CUBIC hatte anfangs ein bisschen Sorge, dass wir zu viel Strom erzeugen würden, da hier „Radprofis“ im Sattel saßen. Ein paar Tage vor unserem Kinotermin wurde die Technik in Innsbruck ausprobiert, dort kam es zu zwei kurzen Ausfällen. Unsere Fahrer waren aber gut instruiert und hielten sich offensichtlich auch an die Watt-Vorgabe für die Stromproduktion. Insgesamt war trotz der schwierigen Lage die Zusammenarbeit mit CUBIC sehr gut. Die technische Ausstattung mit Fahrradrollen, Beamer, DVD-Player und Tonanlage, die der Verein mitgebracht hat, war gut optimiert für geringen Strombedarf. Für uns als Veranstalter vor Ort war es sehr angenehm, dass wir uns um diese Dinge nicht kümmern mussten.

Bis zum offiziellen Start um 19:30 Uhr kamen letztlich knapp 60 Gäste. Wetterbedingt starteten wir recht rasch mit dem Film „But Beautiful“ von Erwin Wagenhofer. Der Film zeigt Menschen, die ein gutes Leben suchen, ein Leben ohne Ausbeutung, ohne Gewinnmaximierung, ohne Gier. Ein Leben mit der Natur, ein zukunftsfähiges Leben für die kommenden Generationen.

Text und Foto: Ing. Peter Oberhofer

Thomas Griesser (ganz link am Rad) mit den Nachwuchstalenten Lukas Griesser, Ramona Griesser und Felix Rützler (vlnr). Erste Versuche auf den Fahrradgeneratoren.