Leitbild der Arbeitsgemeinschaft barrierefreie Kirche

Leitbild für pastorale Mitarbeiter in den Pfarren und diözesanen Gremien

Spirituelle Begleitung auf dem Weg der Inklusion
in Tirol                     

Team-Geist – Unser Team – Wer sind wir?  

Wir sind eine ökumenische Gruppe von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter-Innen in kirchlichen und kirchennahen Einrichtungen, die sich mit umfassenden Belangen der spirituellen Begleitung auf dem Weg der Inklusion beschäftigen. 

Ziel der Inklusion ist die mitgestaltende Einbeziehung von Menschen mit besonderen Bedürf-nissen im gesellschaftlichen und kirchlichen Tun.

In unserer Arbeitsgemeinschaft engagieren sich für die Seelsorge verantwortliche Personen und Betroffene in den pastoralen und caritativen Aufgabenfeldern als WegbegleiterInnen zu einem barrierefreien Miteinander aller Menschen. In diesen Aufgabenfeldern sind wir frei, zu gestalten und zu entscheiden.

Geist-reich – Unsere Vision – Was wollen wir erreichen?  

Unsere Vision einer inklusiven Gesellschaft, in der das vielfältige Menschsein wertgeschätzt wird, wird von der Leitung unserer Ortskirchen bestärkt: 

„Jeder Mensch hat einen unendlichen Wert. Gott hat sich jeden einzeln ausgedacht als Wun-der mit einem speziellen Auftrag. Die Welt, die Gesellschaft wäre ärmer und kälter, wenn es Menschen mit Behinderung nicht gäbe.“ (Bischof Manfred Scheuer)

„Ich wünsche mir, dass unsere Seelsorge Handlungsdefizite liebevoll erkennt, benennt und nach Möglichkeit beseitigt, Menschen an ihren jeweiligen Standorten und auf ihren Wegen begleitet, christliche Orientierung gibt und für ein gutes gesellschaftliches Miteinander ein-tritt.“ (Superintendent Olivier Dantine)

Es möge uns gelingen, Meilensteine auf diesem herausfordernden Weg zu setzen, die für das menschliche Miteinander als nachhaltige Orientierung dienen.

  Wir erbitten für unser Tun, vom Barmherzigen Vater in der Nachfolge Jesu

  • Geist-reich“ erfüllt zu werden,
  • so dass der „Team-Geist“ innerhalb der Arbeitsgemeinschaft und in den Gesprächen mit unseren Partnerinnen und Partnern gestärkt,
  • der „Frei-Geist“ in unserer Mission kreationsfreudig und menschenverbindend zur Entfaltung kommt und
  • ein „Geist-volles“ Wirken im Schöpfungswerk Gottes uns anleitet, Heil unter den Menschen mit und ohne Behinderung zu stiften.

Frei-Geist – Unsere Mission – Was tun wir?  

Unsere Arbeitsschwerpunkte beziehen sich auf das Ermöglichen einer Teilnahme, Teilhabe und eines Mittuns von Menschen mit besonderen Bedürfnissen im privaten, kirchlichen und gesellschaftlichen Leben. Dabei geht es darum, Behinderungen am Leben wahrzunehmen und diese nach Möglichkeit abzubauen. Im Mittelpunkt steht der Mensch, dessen besondere Fähig-keiten (Charismen) gesucht und als Bereicherung der Gemeinschaft erlebbar gemacht werden.

Dazu sammeln wir Wissen aus langjähriger Erfahrung und gezielter Weiterbildung und ge-ben dieses in Form von Bildungs- und Veranstaltungsangeboten an MitarbeiterIn-nen/BetreuerIn-nen und an Betroffene weiter.

Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen seelsorglich und spirituell begleitet werden, sei es in der Familie, in der Pfarrgemeinde, in Initiativen oder Einrichtungen. Wir wollen kirchliche Einrichtungen stärken und ihnen helfen, den Mehrwert einer Glaubensorientierung im Ge-stalten des Miteinanders zu entdecken und ihn beispielsweise in Veranstaltungen mit der Vielfalt des Lebens spürbar zu machen.

Geist-voll – Unser Arbeitsgeist – Wie tun wir es?  

In einer nach Perfektion und Machbarkeit strebenden Gesellschaft eröffnet die Vielfältigkeit des Menschen einen schöpferischen Spielraum. Wir nutzen diesen Spielraum zum Lernen und Entwickeln.

In der Öffentlichkeit werden Rahmenbedingungen und Gestaltungsmodelle der Inklusion dis-kutiert und in gesetzlichen Regelungen normiert. Wir nehmen aktiv an diesen Prozessen teil. Auf dem Weg der Inklusion wollen wir im Geist der Heiligen Schrift weitergehen und Angebo-te für das private, gesellschaftliche und kirchliche Leben schaffen, die auf Weiterbildung und Vernetzung hinführen.

Wir wollen helfen, Schranken zu überwinden, wenn Menschen ökumenisch, kreativ, konstruk-tiv und herzerfüllend aufeinander zugehen. Dieser Menschenkreis umfasst beispielsweise: 

  • Betroffene selbst, die Einschränkungen beim Fühlen, Gehen, Hören, Kognitiv-Wahrnehmen oder Sehen haben,
  • Geschwister und Angehörige von Menschen mit Behinderung,
  • Eltern von Kindern mit Behinderung und hilfesuchende Eltern,
  • Erziehungsberechtigte und Lebensgemeinschaften,
  • in Pfarrgemeinden Tätige und (Religions-)LehrerInnen,
  • Institutionen, wie beispielsweise die Arche, die Caritas, die Diakonie, die Sozialen Dienste der Kapuziner, Selbstbestimmt-Leben-Initiative und christlich-orientierte Vereine wie Glau-be und Licht.

Wir wollen die breite Öffentlichkeit miteinbeziehen, wenn wir sie mit das Herz und den Geist berührender Informationsarbeit ansprechen und die Bewusstseinsbildung nachhaltig prägen.

Unsere Berufungen sehen wir in maßvoller Bewältigung der wegbegleitenden Aufgaben: 

  • Wir wollen Fürsprechende sein, für die Betroffenen und BetreuerInnen, für das religiöse und inklusions-einbindende Gemeindeleben.
  • Wir wollen kritische Beobachtende und Impulsgebende (manchmal auch „Wadenbeißer“) in der Gesellschaft sein, die unermüdlich auf Defizite und Diskriminierungen hinweisen.
  • Wir wollen Vernetzungen ermöglichen.
  • Wir wollen Know-How weitergeben, indem wir uns selbst an dem neuesten Stand orientie-ren und Bildungsangebote für Gemeindeentwicklung bereitstellen.
  • Wir wollen BegleiterInnen von SeelsorgerInnen (PfarrerInnen und Laien) sein.