Nationale Synthese veröffentlicht

Am 21. September hat die Österreichische Bischofskonferenz die Nationale Synthese zum Synodalen Prozess veröffentlicht. Es handelt sich dabei um jene Zusammenfassung der Eingaben aus den österreichischen Diözesen, die von der Bischofskonferenz nach Rom weitergeleitet wurde.

Ausführlicher Bericht zur Synthese 

Die Nationale Synthese als PDF 

 

Der Synodale Prozess in der Diözese Innsbruck

Papst Franziskus hatte im vergangenen Oktober alle Diözesen weltweit aufgerufen, sich am synodalen Weg zu beteiligen und alle interessierten Menschen einzuladen, über ihre Beziehung zur Kirche nachzudenken und darüber ins Gespräch zu kommen. Als Grundstruktur wurden die drei im Synodentitel genannten Prinzipien der Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung herangezogen. Aus den Ergebnissen der diözesanen Befragung wurde pro Diözese ein Bericht verfasst. Aus diesen "diözesanen Synthesen" soll ein erster Entwurf einer österreichweiten Zusammenschau vorbereitet werden, die an die weltkirchliche Ebene weitergeleitet wird. Bis zur Sommervollversammlung der Bischöfe im Juni in Mariazell soll sie vorliegen und wird dort in einem für die österreichische Kirche repräsentativen Kreis diskutiert.  

Umfrage hat auch junge Menschen erreicht
In Innsbruck liegt nach einer breit angelegten Umfrage- und Beratungsphase nun die Zusammenschau der diözesanen Ergebnisse vor. Ziel des Zuhör-Prozesses war unter anderem ein neuer Umgangsstil in der Kirche. Eingebunden waren auch junge und ältere Menschen, unabhängig davon, "ob sie sich der Kirche nahe fühlen oder nicht". Letztlich haben sich von 31. Oktober 2021 bis Ende Jänner 2022 rund 2.000 Frauen und Männer bei 365.000 KatholikInnen in unterschiedlichen Formaten der Frage gestellt, "wie Kirche sein muss, damit sich alle beteiligen können". Es haben sich tendenziell Personen an der Umfrage beteiligt, die sich in der Kirche engagieren oder sich ihr (eher) zugehörig fühlen. Durch eine Schulaktion konnten auch zahlreiche junge Menschen erreicht werden.  

Ein zusammenfassender Blick auf die „Synthese“
Ein Auswertungsteam, begleitet von der Universität Innsbruck, hat jede der Rückmeldungen der synodalen Befragung gelesen und die Hauptthemen herausgearbeitet. Zum einen kam dabei ein starker Pfarrbezug zum Ausdruck: Als Ort der Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung wird neben dem sozialen Engagement der Kirche vor allem die Pfarre wahrgenommen, inklusive der dort vorhandenen Gruppen, Gremien und handelnden Personen. Zum anderen wurden einige strukturelle und hierarchische Hindernisse angesprochen, die einen gemeinsamen Weg erschweren. Oft genannt wurde in der Umfrage das Thema Geschlechtergerechtigkeit sowie der Wunsch nach einem neuen Zugang der Seelsorge für die Jugend und Familien. 

In der Konklusion der Synthese aus der Diözese Innsbruck heißt es unter anderem:

Synodalität setzt ein hohes Maß an Bereitschaft voraus, sich im kirchlichen Leben einzubringen. Ein Wandel von einer immer noch weit verbreiteten Priesterzentriertheit hin zu eigenverantwortlichem Engagement ist entscheidend..
Gelebte Synodalität braucht jedoch auch Zeit und setzt ein hohes Maß an Teamfähigkeit und Kommunikation. Ebenso wichtig ist das ehrlicheBekenntnis kirchlicher Autoritäten, die Ergebnisse synodaler Prozesse auch umzusetzen. 

Umsetzung der Positionen und Erwartungen sind eine Herausforderung

  • Bischof Hermann Glettler zum aktuellen Stand: „Wir haben bisher recht viele Stimmen eingeholt. Über divergierende Ansichten miteinander ins Gespräch zu kommen, müssen wir noch lernen. Ich betone dies, weil die Kirche in unserem Land von höchstunterschiedlichen Positionen und Erwartungen geprägt ist. Einen echten ‚synodalen Weg‘ zu gehen, setzt den Glauben an Jesus, den mit uns gehenden, lebendigen Herrn voraus. Ebenso das ehrliche Interesse, wie es den Menschen in unserer Gesellschaft wirklich geht.“ 
  • Bischofsvikar Jakob Bürgler, zuständig für den synodalen Prozess in der Diözese Innsbruck: „Das vorsynodale Treffen hat gezeigt, dass wir auf einem spannenden Weg sind. Besonders beeindruckt bin ich davon, dass viele Menschen die Kirche nach wie vor als starken Bezugspunkt für ihr Leben erfahren. Sie wollen ihr Herzblut einbringen und ringen um eine echte Erneuerung von Kirche. Was dem entgegensteht, muss angesprochen und verändert werden. Ich sehe gute Anzeichen, dass dies gelingen kann.
  • Generalvikar Roland Buemberger weiter: „Das Anliegen, als Kirche synodal, d.h. mehr gemeinschaftlich unterwegs zu sein, knüpft an Bemühungen der Diözese der vergangenen Jahrzehnte und Jahre an: das miteinander Überlegen und Planen in Pfarrgemeinderäten, Pfarrkirchenräten und diözesanen Gremien gehört ebenso dazu wie die Wertschätzung von Frauen in verantwortungsvollen Aufgaben und leitenden Positionen in der Diözese.  Der synodale Prozess ermutigt Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, Verantwortung zu übernehmen, Kirche mitzugestalten und Leben zu ermöglichen. Danke an alle, die sich dabei einbringen!“

Wie geht der Synodale Prozess nun in der Diözese weiter?

Ausgehend vom Ordinariats-Entwicklungsprozess haben sich die Verantwortlichen der Diözese entschieden, in einem Strategieprozess Ziele für die nächsten fünf Jahre zu definieren. Diese Zielegreifen auch die Ergebnisse der synodalen Befragung auf. Sie werden in den kommenden Wochen vorgestellt und in den zuständigen Gremien diskutiert. Ebenso werden die Anregungen und Vorschläge, die beim vorsynodalen Treffen Ende Februar 2022 im Bildungshaus St. Michael gesammelt wurden, weiterbearbeitet.
Wie vorgesehen hat Innsbruck diese offizielle diözesane Eingabe an die Österreichische Bischofskonferenz weitergeleitet. 

Die Synodalität als Weggemeinschaft verstehen

„Wir freuen uns, miteinander einen Weg gehen zu dürfen“, erklärte Bischof Hermann Glettler im Rahmen eines Radiogottesdiensts Ende Oktober zum synodalen Prozess, der in allen Diözesen weltweit am 17. Oktober 2021 mit Auftaktgottesdiensten startete. Synodalität bedeutet „Weg-Gemeinschaft“. Bischof Hermann Glettler rief dazu auf, an diesem gemeinsamen Weg teilzunehmen. Ziel des synodalen Prozesses ist es, wie Papst Franziskus schreibt, „Hoffnungen erblühen zu lassen, Vertrauen zu wecken, (…) voneinander zu lernen und eine positive Vorstellungwelt zu schaffen, die den Verstand erleuchtet, das Herz erwärmt, neue Kraft zum Anpacken gibt.“

Aktuelles

Gottesdienstvorlage

Für den Auftakt des synodalen Prozesses in der Diözese Innsbruck wurden Gestaltungselemente für den Sonntagsgottesdienst am 17. Oktober zusammengestellt. Sie stehen hier als Download zur Verfügung.

Materialien für den Unterricht

Die ReligionspädagogInnen Angelika Hummel und Carsten Bongers haben zum Synodalen Prozess Materialien für den Unterricht erstellt. Sowohl in Einzelarbeit als auch in Gruppenarbeit können sich die Schülerinnen und Schüler mit den zentralen Begriffen des Synodalen Prozesses – Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung – auseinandersetzen.

Die Unterlagen stehen auf der Homepage des diözesanen Schulamtes zum Download bereit:

Unterrichtsmaterialien Synodaler Prozess 

Der synodale Prozess in der Diözese Innsbruck

Papst Franziskus hat für Oktober 2023 eine Versammlung der Bischöfe in Rom ausgerufen. Im Vorfeld dieser Bischofssynode unter dem Motto "Für eine synodale Kirche – Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung" lädt der Papst alle Menschen ein, sich an dieser Synode zu beteiligen. Wie eine Beteiligung in der Diözese Innsbruck möglich ist, erklären die KoordinatorInnen des Synodalen Prozesses, Magdalena Pittracher und Simon Kopf.

Synodaler Prozess: Die Synthese der Diözese Innsbruck liegt vor

Bis zum 31. Jänner 2022 hat die Diözese Innsbruck eingeladen, sich am synodalen Prozess zu beteiligen und Anliegen und Erfahrungen zu den Themen „Gemeinschaft“, „Teilhabe“ und „Sendung“ zu teilen. Rund 1.900 Personen sind der Einladung gefolgt und haben sich in über 1.000 Rückmeldungen von Einzelpersonen und Gruppierungen zu Wort gemeldet.

Die eingelangten Rückmeldungen wurden detailliert ausgewertet, zusammengefasst und beim Vorsynodalen Treffen am 26. Februar 2022 mit Bischof Hermann Glettler, der Diözesanleitung und Vertreter*innen aus verschiedenen Bereichen besprochen. Anschließend wird es auf Grundlage der Ergebnisse eine offizielle Eingabe der Diözese Innsbruck zum weltweiten synodalen Prozess geben, der an die Österreichische Bischofskonferenz weitergeleitet wird.

Das Dokument steht Ihnen hier als Download zur Verfügung.
Rückmeldungen zur Synthese sind erbeten an zukunft.glauben@dibk.at

Was ist eine Synode?

Synode - Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "gemeinsamer Weg". Bei einer Bischofssynode (ab 2:50)handelt es sich um eine Zusammenkunft von Bischöfen. Was bei einer Synode besprochen wird und wie sie abläuft, das erklärt dieses Video.