Pilgerreise nach Rom - 28. August bis 2. September 2022

Vom 29. August bis 2. September reisten rund 400 Tirolerinnen und Tiroler gemeinsam mit Bischof Hermann Glettler nach Rom. Auf die TeilnehmerInnen wartete ein umfangreiches Programm von der Besichtigung der wichtigsten Baudenkmäler über einen Besuch im Petersdom zu den Vatikanischen Museen und viele weitere Kirchen. Höhepunkte der Diözesanwallfahrt stellen die Teilnahme an der Generalaudienz bei Papst Franziskus und ein Gottesdienst im Petersdom dar.

Hier gehts zum Fotoalbum unseres Fotografen Reinhold Sigl 

Fotoalbum von Dekan Franz Hinterholzer 

Reisetagebuch

Montag, 29. August

Bei Tagesanbruch heißt es hinein in die Busse, die alle Pilger/innen an verschiedenen Stationen in Tirol abholen. Erste Begegnungen, da und dort ein Wiedersehen mit Teilnehmern anderer Pilgerfahrten, die erste Jause wird ausgepackt.

Bei Florenz dann die erste Station der Reise: Die Kirche "San Giovanni Battista", Johannes dem Täufer geweiht, in der Gemeinde Campi Bisenzio bei Florenz. Der Volksmund nennt sie die "Kirche der Sonnenautobahn", weil sie zwischen der Autostrade del Soe und der A11 steht. Eucharistiefeier mit Bischof Hermann Glettler. In der Predigt erinnert Jugendseelsorger Peter Rinderer an drei wichtige Eingeschaften von Johannes dem Täufer: Mut, Zivilcourage und Glaubwürdigkeit. Etwas, das man sich als Christ durchaus zu eigen machen kann, meint Rinderer.

Berührende Momente während des Gottesdienstes: Bischof Glettler segnet ein Jubelpaar, das 25 Jahre verheiratet ist – und ein weiteres Paar, das sich auf einer diözesanen Pilgerreise kennen gelernt hat und nun schon viele Jahre verheiratet ist.

Nach dem Gottesdienst gehts weiter Richtung Rom. Begleitet von Pilgergedanken von Bischof Hermann Glettler: "Pilgern heißt, sich erneuern und neue Wege gehen". Und es heißt auch, sich zu vernetzen mit anderen, einander begegnen. Und schließlich heißt es, sich darauf einzulassen, dass man anders heimkommt. Pilgern verändert.

Fortsetzung folgt...

Segen für die Beziehung.

Dienstag, 30. August

Heute Gottesdienst mit Bischof Hermann Glettler und den Tradtionsverbänden im Lateran. In seiner Predigt betont Pfarrer Herbert Traxl: "Wir alle sind Gesegnete. Wenn wir das annehmen, können wir auch das Gebrochene in unserem Leben annehmen."

Und eine einmalige Premiere gabs heute auch noch: Die in Tirol einzigartige Begrüßungszeremonie für offizielle Veranstaltungen – der „Landesüblichen Empfang“ – fand heute auf dem Kapitolsplatz (Piazza del Campidoglio) in Rom statt. Mit dabei Landeshauptmann Günther Platter, Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und Landesrat Johannes Tratter. „Ich freue mich sehr, unser Land Tirol erstmals in dieser Form in der italienischen Hauptstadt zu präsentieren. Mit dem Landesüblichen Empfang wird seit jeher eine besondere Wertschätzung gegenüber Gästen sowie Freundinnen und Freunden von Tirol ausgedrückt. Das heutige Zeremoniell ist demnach auch eine Botschaft des Dankes für die gute Zusammenarbeit mit der Stadtregierung und den beiden österreichischen Botschaften in Rom “, sagte LH Platter.

Gestaltet wurde der Landesübliche Empfang von der Musikkapelle Matrei am Brenner und der Ersten Schwazer Schützenkompanie. Auch zahlreiche Tiroler Traditionsverbände, darunter das Führende Feldzeichen des Landes Tirol, waren dabei. Morgen, Mittwoch, ist die Tiroler Abordnung zu einer Audienz bei Papst Franziskus geladen.

Eine Premiere: Der Landesübliche Empfang mitten in Rom. Foto: Sigl

Mittwoch, 31. August

Am Mittwochvormittag nahm die Pilgergruppe an der Generalaudienz mit Papst Franziskus teil. Einige der Pilgerinnen und Pilger konnten Papst Franziskus auch persönlich begrüßen. Erfreut zeigte sich der Pontifex über die große Zahl der Pilger aus Tirol und über die musikalische Darbietung Musikkapelle.

Ein weiterer Höhepunkt des heutigen Tages war der Gottesdienst mit Bischof Hermann Glettler im Petersdom. Das Bauwerk hat den Bischof auch gleich zu einem Vergleich inspiriert: Die großzügigen Dimensionen des Petersdomes seien ein Symbol für die "katholische Weite des Geistes und des Herzens, die Gott schenkt", sagte der Bischof in seiner Predigt. 

Auch wenn die Volkskirche derzeit eine "Gletscherschmelze" erlebt, sind Verzagen und Resignation "keine christlichen Optionen", so der Bischof: "Wir brauchen neue, belastbare Formen und Inhalte. Vor allem auch mehr Geist und Herzensenergie", appellierte Glettler an die mehr als 400 Tiroler Pilgerinnen und Pilgern aus Tirol. Die Wallfahrt gebe "eine Ahnung weltkirchlicher Verbundenheit mit dem Wissen um viele aktuelle Herausforderungen". Es gelte, sich in zahlreichen Spannungsfeldern zu bewähren und trotz allem zuversichtlich weiterzugehen. "Vieles ist uns geschenkt, aber vieles überfordert uns auch", so der Bischof. Die großzügigen Dimensionen vom Petersdom seien dabei ein Symbol für die "katholische Weite des Geistes und des Herzens, die Gott schenkt".

Donnerstag, 1. September

Der Vormittag heute stand ganz im Zeichen des Antiken Roms, eine Führung führte zu den wichtigsten Baudenkmälern der Stadt. Den täglichen Gottesdienst feierte Bischof Hermann Glettler in der Basilika St. Paul vor den Mauern.

In seiner Predigt ging Generalvikar Roland Buemberger auf das Evangelium vom reichen Fischfang ein. Drei Punkt sind ihm dabei wichtig: 

1. Die Begegnung mit Jesus verwandelt – Mit Jesus verändert sich die Lage der Fischer im Boot. Nach einem erfolglosen Versuch fangen sie schließlich doch noch viele Fische, weil er sie auffordert, das Netz an der gegenüberliegenden Seite des Bottes auszuwerfen.

2. Die Aufforderung zum Miteinander - Jesus wendet sich nicht an einen Einzelnen, sondern an alle Jünger im Boot: "Werft die Netze noch einmal aus..."

3. Neues wagen - Jesus sagt den Jüngern, sie sollen die Seite wechseln, damit sie Fische fangen.

Am Gottesdienst nahm auch der designierte österreichische Botschafter am Heiligen Stuhl, Marcus Bergmann, teil. Zum Ende des Gottesdienstes spendeten die Priester den Einzelsegen, was von sehr vielen Pilgern gerne in Anspruch genommen wurde.

An der Romwallfahrt nahmen auch einige JournalistInnen teil. Für diese stand heute auch noch ein Besuch bei der Friedensgemeinde Sant' Egidio auf dem Programm, wo sie sich über die vielen Versöhnungsprojekte der Gemeinschaft auf aller Welt informierten.

Berichte von der Romwallfahrt

Mehr Geist und Herzensenergie

Auch wenn die Volkskirche derzeit eine "Gletscherschmelze" erlebt, sind Verzagen und Resignation "keine christlichen Optionen": Das hat Bischof Hermann Glettler bei einem Gottesdienst am Hauptaltar des vatikanischen Petersdoms am Mittwochnachmittag betont.