Krankenhausseelsorge: Mittragen, was die Menschen belastet

Das Team der Krankenhausseelsorge steht den PatientInnen und dem klinischen Personal auch in der Coronakrise zur Seite. Oft hören sie in diesen Tagen von Einsamkeit und Zukunftsangst.

Das Team der Krankenhausseelsorge leistet auch in den Zeiten des Coronavirus einen wichtigen seelsorglichen Beitrag für die PatientInnen und das Personal an Klinik und Krankenhäusern. Wichtig sei im beruflichen Alltag vor allem eine regelmäßige Abstimmung mit den Krankenhausleitungen, so die Leiterin der Krankenhausseelsorge, Hildegard Anegg. 

Rund um die Uhr erreichbar 

Nach wie vor aufrecht ist die Rufbereitschaft in allen Krankenhäusern des Landes: Die Seelsorge ist  24 Stunden rufbereit. Jedoch seien keine Besuche von Ehrenamtlichen auf den Stationen mehr möglich und auch die sogenannte  "nachgehende Seelsorge"  sei derzeit nicht  möglich, betont Anegg. "Nach wie vor werden wir angefragt für Notfallseelsorge, Begleitung in Krisensituationen, für Sterbebegleitung, beim Abschiednehmen angefragt", so Anegg. Das bedingt auch die Begleitung von Covid-19 Patienten auf Intensivstationen –  mit voller Schutzbekleidung und mit Unterstützung der ÄrtzInnen und des Pflegepersonals. "Aufgrund der völlig neuen Situation erfahren wir von Unsicherheit, Ängsten, Überlastung und persönlicher Sorgen der Mitarbeitenden. Das über Jahre hinweg aufgebaute Vertrauensverhältnis zwischen Seelsorgenden und Mitarbeitenden ermöglicht nun vorbehaltlose Begegnungen und Gespräche". 

Erreichbar auch am Telefon 

Aufgrund der derzeitigen Situation bietet die Krankenhausseelsorge Seelsorge per Telefon sowohl für PatientInnen als auch für MitarbeiterInnen an. Dafür wurde eine eigene freie Leitung eingerichtet. Die tirol-klinken haben die Übertragung eines ökumenischen Gottesdienstes ermöglicht, der von allen Patienten auf allen Stationen angesehen werden kann. Täglich gestaltet eine oder einer der Seelsorger einen kurzen Impuls als ein Hoffnungswort für den Tag. Dieses wird über einen Messengerdienst verschickt, sodass jede und jeder die eigene Spiritualität mit andern übers Handy teilen kann.

Einsamkeit und Zukunftsangst 

Mit unterschiedlichen Anliegen kommen die Menschen auf die SeelsorgerInnen zu, berichtet Anegg. Das reiche von der großen Sehnsucht, etwas von der Nähe Gotte zu spüren, bis dahin, dass religiöse Botschaften in Frage gestellt werden. "Die Einsamkeit und die Angst vor der Zukunft wird oft ins Wort gebracht, auch das Ertragen der belastenden Gegenwart ist rundum zu spüren", so Anegg. Die Botschaft der SeelsorgerInnen in den Krankenhäusern und in der Klinik jedenfalls lautet: "Auch in dieser Krisenzeit sind wir mit den kranken Menschen, deren Angehörigen und mit den vielen Berufsgruppen im Krankenhaus solidarisch, begleitend und stärkend auf dem Weg."

Agnes Hackl und Alfons Lanser sind als Klinikseelsorger für die Menschen da. Foto: Klinikseelsorge