Fastenzeit: Herzfeuer des Glaubens entzünden

Die Fastenzeit 2021 steht unter besonderen Vorzeichen: Die Corona-Krise schränkt weitgehend auch das gemeinschaftliche kirchliche Leben ein, Gottesdienste sind nicht oder nur in kleinem Kreis möglich, beliebte Treffpunkte wie die traditionelle Fastensuppe am Kirchplatz oder die Gruppen der Exerzitien im Alltag sind nicht in bisheriger Form möglich.

Umso mehr wachsen Initiativen und Angebote, die kreativ mit der aktuellen Situation umgehen und so den Raum für neue Erfahrungen geben. Vieles an Angeboten ist in den virutellen Raum des Internet ausgewichen, aber es gibt auch vieles, das im kleinen Kreis, in der Familie oder in der persönlichen Beziehung jedes Menschen zu Gott gesztaltet werden kann.

Die Diözese Innsbruck begeht 2021 das Gedenken an den 500. Geburtstag des Diözesanpatrons Petrus Canisius. In seinem Hirtenbrief mit dem Titel "Mit neuem Herzfeuer. Petrus Canisius - Schrittmacher für eine missonarische Kirche" lädt der Bischof ein, Herzfeuer des Glaubens und der Nächstenliebe zu entfachen: "Wir wollen uns als Kirche in diesem Jahr noch bewusster in den Dienst aller Menschen stellen. Mit Gebet und Tat. Auch wenn Corona-bedingt nicht alles möglich ist, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die 500 Herzfeuer können kleine und größere Initiativen sein, die Menschen zum Leben ermutigen, Aktionen in der Nachbarschaft, im Dorf oder im Stadtteil. Sie sollen den Schatz des Glaubens wieder verständlich machen und vor allem den sozialen Zusammenhalt stärken."

Zur Fastenzeit

Aktion Autofasten

Heilsam in Bewegung kommen - so lautet das Motto der Aktion Autofasten 2021. Sie ermuntert dazu, den privaten PKW stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad umzusteigen oder kürzere Wege bewusst zu Fuß zurückzulegen.

Aktion plusminus

Die Aktion plusminus (früher Aktion Verzicht) lädt in der Fastenzeit Menschen aller Altersstufen ein, ganz bewusst auf Genussmittel zu verichten, lieb gewordene Gewohnheiten oder eingefahrene Verhaltensmuster zu hinterfragen und das Leben neu auszurichten.

Exerzitien im Alltag

Die Exerzitien im Alltag werden auch in dieser Fastenzeit ein Fixpunkt in vielen Pfarrgemeinden sein. Die Formen der Begegnung sind aber vielfältiger geworden, einige Angebote gibt es online via Internet.

Bei besinnlichen Angeboten wie den "Exerzitien im Alltag" galt bisher: Handy oder Tablet stummschaltenund weit weg legen, um nicht abegelenkt zu sein. In diesem Jahr sind die Geräte Teil des Geschehens: Die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie machen persönliche Treffen weitgehend unmöglich. Telefon, E-Mail und Videoplattformen werden zum verbindenden Element der Exerzitiengruppen.

Spirituelle Schatzkiste. Als Begleitheft durch die Fastenzeit bietet Irene Weinold vom Seelsorgeamt eine „Spirituelle Schatzkiste“ in Form einer Flügelmappe an. Darin enthalten: Die Broschüre „Heute. Leben und glauben mit Herz und Verstand“, 20 Einzelblätter mit Bild und Impulus sowie ein Lesezeichen mit Gebet. Die Unterlagen begleiten durch die vierwöchigen „Exerzitien im Alltag“, eigenen sich aber auch für einen individuellen besinnlichen Weg durch die Fastenzeit. 

Die Augen des Herzens öffnen. Den Auftakt zu den Exerzitien im Alltag bildete ein Online-Nachmittag mit Jesuitenpater Friedrich Prassl. Er sprach zu einer Stelle im Korintherbrief, in der Paulus davon spricht, „Mitarbeiter der Freude“ zu werden. „Wenn wir miteinander reden und arbeiten mit der Absicht Mitarbeiter der Freude zu sein, werden wir anders miteinander umgehen, anders miteinander reden“, so Prassl. Es sei ein Auftrag Gottes, „die Freude des anderen zu stärken“. Als Beispiel nannte Prassl den Diözesanpatron Petrus Canisius, der als Impulsgeber für die Exerzitien dient. Canisius hat als junger Mann an Exerzitien teilgenommen. Prassl: „Diese spirituelle Erfahrung hat Canisius verändert. Es gingen ihm die Augen des Herzens auf und er erkannte Christus ganz neu“.

Spirituelle Nahrung. „In einer Zeit, in der die Sehnsucht nach Begegnungen wächst, tut es gut, auch spirituelle Nahrung zu sich zu nehmen“, sagt Irene Weinold. Die Exerzitien-Unterlagen beiten dazu viele Möglichkeiten: Biblische Impulse, Zeichnungen, Impulse und praktische Anregungen für Gebets- und Wahrnehmungsübungen, ... „Interessant wird es auch, wenn man die Gelegenheit wahrnimmt und sich mit jemanden über die dabei gemachten Erfahrungen austauscht“, so Weinold.

 

Überregionale Online-Exerzitien: 

- Gruppe 1:  23. 2. bis 23. 3., 19 bis 20.30 Uhr
- Gruppe 2:  24. 2. bis 24. 3., 19 bis 20.30 Uhr
Anmeldung bis 18. 2.: Tel. 0512/2230-4102
E-Mail: irene.weinold@dibk.at
- Online-Exerzitien der Katholischen Frauenbewegung: Petra Unterberger, Tel. 0676/6003883; petramaria.pu@gmail.com 

- Eine Kontaktliste mit allen Begleiter/innen der „Exerzitien im Alltag“ in den Pfarren im Internet auf der Homepage: www.dibk.at/exerzitien