Pfarrgemeinderatswahlen 2017

Am 19. März wurden in ganz Österreich die Pfarrgemeinderäte neu gewählt. In der Diözese Innsbruck haben sich 3.400 Frauen und Männer der Wahl gestellt. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 20 Prozent. Auf diesen Seiten finden Sie Informationen über den Pfarrgemeinderat sowie Meldungen und Statements zu dieser wichtigen Form des Engagements in den Pfarren.

 

Was ist ein Pfarrgemeinderat?

Pfarrgemeinderätinnen und Pfarrgemeinderäte sind Rückgrat und Knotenpunkt des freiwilligen Engagements in der Kirche. Durch ihren Einsatz gestalten sie aktiv das kirchliche und gesellschaftliche Leben mit. 

Der Pfarrgemeinderat berät in regelmäßigen Sitzungen, was zu tun ist, legt Ziele und Prioritäten fest, plant und beschließt die dazu erforderlichen Maßnahmen, sorgt für deren Durchführung und überprüft die Arbeit, ihre Zielsetzung und Entwicklung. Er macht nicht alles selbst, sondern richtet Fachausschüsse ein oder delegiert Aufgaben an Einzelne oder Gruppen. Der Pfarrgemeinderat sorgt sich um die personellen, räumlichen und finanziellen Voraussetzungen der Pfarrgemeinde, bemüht sich um Information, Meinungsbildung und Austausch von Erfahrungen, stimmt die Interessen der Einzelnen und Gruppen aufeinander ab, koordiniert deren Aktivitäten, gewährleistet die Vielfalt des pfarrlichen Lebens und vertritt die Pfarrgemeinde nach außen. Durch Weiterbildung stärken die Mitglieder des Pfarrgemeinderates die Kompetenz für ihre Aufgaben.

Weitere Informationen: www.pfarrgemeinderat.at

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Monika Draschl ist seit zehn Jahren im Pfarrgemeinderat der Osttiroler Gemeinde Tristach tätig, seit fünf Jahren dessen Obfrau. Im Gespräch, das Maria Radziwon für die diözesane Wochezeitung Tiroler Sonntag geführt hat, erzählt sie, was sie im Blick auf die kommenden PGR-Wahlen am 19. März bewegt.

Der Pfarrgemeinderat - drei Statements

Im Rahmen einer Pressekonferenz am 8. März zur bevorstehenden Pfarrgemeinderatswahl haben Pfarrer Franz Troyer, Christine Föger und Hans Eibl verraten, was Pfarrgemeinderat für sie bedeutet und warum sie sich für ein lebendiges Pfarrleben einsetzen.

Christine Föger: Mein Glaube ist mein Lebensfundament

Mein christlicher Glaube ist mein Lebensfundament. Das prägt mich in meinem persönlichen Bereich, kann aber im Sinne des Evangeliums nur in Gemeinschaft wirklich gelebt werden. Für den Rahmen dieser Gemeinschaft braucht es die Menschen, die sich dafür einsetzen, dass der kirchliche Jahreskreis im Leben der Pfarrfamilie spürbar wird und bleibt.

Meine Bereitschaft dazu biete ich an. Angebote können nach meinem Empfinden neben großen Feiern und Aktivitäten auch kleine Zeichen sein, mit denen man auf die Menschen in der Pfarre zugeht. Eine Pfarrfamilie steht für Menschen verschiedener Generationen, unterschiedlicher religiöser Prägung und sehr bunter Interessen. Hier einen Konsens zu finden und allen ihren Platz zu lassen, das stelle ich mir durchaus herausfordernd aber notwendig für die Arbeit im Pfarrgemeinderat vor.

Auch die vielen Angebote der Diözese Innsbruck für alle Lebenssituationen würde ich gerne verstärkt in die Pfarre hineintragen. Das Gremium des Pfarrgemeinderates setzt sich aus Menschen mit vielen Fähigkeiten zusammen. Wenn jede und jeder das einbringt, was ihm im Herzen brennt und wo die jeweiligen Stärken liegen, dann kann dieses vielfältige Ganze entstehen, wofür ein lebendiges Pfarrleben steht. Ich möchte mich bemühen, zu dieser spürbar präsenten Kirche in meinem Umfeld beizutragen.

Christine Föger kandidiert erstmals als Pfarrgemeinderätin von Ötztal-Bahnhof.

Hans Eibl: Im Pfarrgemeinderat geht es ans Eingemachte

Im Pfarrgemeinderat geht es mitunter ans Eingemachte. Als Symbol habe dieses Einweckglas mitgebracht. In der Pfarre geht es darum, dass wir uns für das Geschenk immer wieder bedanken. Wir nennen das Liturgie. 

In der Pfarre geht es darum, dass wir von diesem Geschenk erzählen, vor allem jungen Menschen, damit diese das weitertragen. Wir nennen das Verkündigung.

In der Pfarre geht es darum, dass wir von dem, was wir haben, etwas an jene abgeben, die wenig haben. Wir nennen das Caritas.

Mit dem Pfarrgemeinderat wollen wir auch die Gemeinschaft stärken. Alles diese Aufgaben hat der Pfarrgemeinderat im Blick und unterstützt und tut, wo jemand gebraucht wird.

Kurzum: Im Pfarrgemeinderat geht es mitunter ans Eingemachte.

Hans Eibl ist Mitglied des Pfarrgemeinderates von Innsbruck-Allerheiligen.

Pfarrer Franz Troyer zur Bedeutung des Pfarrgemeinderates

Pfarrgemeinderäte sind eine Gnade für jede Pfarre. Sie sind ein Geschenk. Es ist ein Schatz, dass Menschen sich verpflichten, nicht nur für ein Einzelereignis, sondern über Jahre hinweg verlässlich und regelmäßig die Pfarre zu tragen und auch zu ertragen.

Ich werde immer wieder gefragt, warum es einen Pfarrgemeinderat braucht. Es geht doch ohne auch, oder! Für mich ist die Antwort auf zwei Ebenen, auf der inhaltlichen und der organisatorischen: Inhaltlich heißt das: Alle ChristInnen haben als Getaufte und Gefirmte Verantwortung für ihren Glauben, für den Glauben in der Familie und auch in der Pfarre. Aktives Christentum bedeutet, sich aktiv einbringen.

Und organisatorisch bedeutet das: Eine lebendige Pfarre braucht ein starkes Netz von Menschen, das sich über Pfarre spannt, an dem sich Menschen halten können. Ein Mensch allein kann dieses Netz nie spannen. Dieses funktionierende Netz gibt Stabilität im Auf und Ab.

Für einen Pfarrgemeinderat gibt es sinnvolle Prinzipien:

  • Mitglieder aus verschiedenen Regionen, Ortschaften, Teilen der Pfarre. Somit ist der Kontakte vor meiner Haustür möglich.
  • Mitglieder aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten: Diese Menschen sind in ihrer Umgebung Vermittler und Hand, die gereicht wird.
  • Mitglieder aus verschiedenen Altersgruppen: Diese kennen die Freuden und Sorgen ihrer Altersstufe meist besser. 

Im Blick auf die Situation der Pfarren in Tirol wird ein Pfarrgemeinderat umso wichtiger: Ich bin da ganz nüchtern: Die Personaldecke in Pfarren – hauptamtlich und ehrenamtlich – wird geringer. So wird der Pfarrgemeinderat die Verantwortung haben, Schwerpunkte zu setzen: Das Motto „Das tun wir auch noch" oder  „Die anderen sollen es tun“ ist überholt. Der Pfarrgemeinderat wird Entscheidungen treffen müssen, um aktiv auf neue Situationen zu reagieren.

Wir bemühen uns in unseren Pfarren eine Pfarrgemeinde und Kirche zu gestalten, die für christliche Werte und Grundhaltungen steht, die sich einsetzt für Gemeinschaft, für Glaubenserfahrungen und auch für regelmäßige Glaubenserneuerungen und die nicht von einer Scheinwelt ausgeht, sondern die Welt so nimmt wie sie ist und dann überlegt, was notwendig und Not wendend ist.

Franz Troyer ist Pfarrer von Innsbruck-Allerheiligen.

Roland Paschinger


Patrizia Rumesch


Markus Leitinger


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