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In memoriam Dr. Reinhold Stecher (1921 - 2013)

Dr. Reinhold Stecher war von 1981 bis 1996 Bischof der Diözese Innsbruck. Er folgte auf DDr. Paulus Rusch, dem ersten Bischof der jungen Diözese. Reinhold Stecher verbrachte seinen Ruhestand im Personalhaus des Sanatoriums Hoch-Rum. Er starb am 29. Jänner 2013.

Geboren wurde Reinhold Stecher am 22. Dezember 1921 in Innsbruck. Nach der Matura im Jahr 1939 trat er in das Priesterseminar ein, das damals im heutigen Bildungshaus St. Michael in Matrei am Brenner angesiedelt war. Später mussten die Seminaristen auch dieses Haus verlassen, nachdem das Seminar 1940 von den Nationalsozialisten aufgehoben wurde, und die Seminaristen übersiedelten nach St. Georgen am Längsee in Kärnten.

1941 wurde Stecher zur Wehrmacht eingezogen, 1945 kehrte er nach Tirol zurück und trat wiederum in das Priesterseminar ein, das jetzt im Canisianum in Innsbruck untergebracht war. 1947 schließlich wurde Reinhold Stecher in Schwaz von Paulus Rusch zum Priester geweiht. Von 1949 bis 1956 war Stecher Präfekt am Bischöflichen Studienheim und Gymnasium Paulinum in Schwaz, anschließend unterrichtete er bis zum Jahr 1981 Religion an Lehrerbildungsanstalt Innsbruck bzw. ab 1968 an der Pädagogischen Akademie des Bundes. Von 1965 bis 1970 war Stecher zudem Spiritual im Priesterseminar der Diözesen Innsbruck und Feldkirch.

Am 15. Dezember 1980 hat Papst Johannes Paul II. Reinhold Stecher zum zweiten Diözesanbischof von Innsbruck ernannt. Stechers Wahlspruch lautete ?servire et confidere? (Dienen und Vertrauen). Am 25. Jänner 1981 erfolgte die Bischofsweihe durch Paulus Rusch im Innsbrucker Dom.

In der Österreichischen Bischofskonferenz nahm Stecher in der Folge die Aufgabe des Referatsbischof für "Caritas" und "Frauen" wahr. Er vertrat die Österreichische Bischofskonferenz in der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz.

In der Zeit seines bischöflichen Wirkens hat sich Stecher weit über die Diözesangrenzen hinaus einen Namen als wortgewaltiger und wortgewandter Prediger gemacht, der pointiert und in treffenden Bildern sprechen konnte. Große Anerkennung, aber auch viel Kritik, brachte ihm das endgültige Verbot der Verehrung des Anderle von Rinn ein, mit dem er einen Schlussstrich unter die unselige, mittelalterliche Ritualmord-Legende zog. Nicht nur in diesem Fall erwies sich Stecher als Brückenbauer zur jüdischen Glaubensgemeinschaft.

Wichtig war Stecher stets ein korrektes Verhältnis zu den politischen Kräften im Land und er achtete peinlich darauf, sich nicht von einer bestimmten Partei oder Gruppierung vereinnamen zu lassen. Das hinderte ihn aber nicht daran, in gesellschaftspolitischen Fragen deutlich Stellung zu nehmen.

Mit dem Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren reichte Stecher seinen Rücktritt beim Papst ein, der auch angenommen wurde. Am 23. November 1997 schließlich konnte Stecher den Salesianerpater Alois Kothgasser zu seinem Nachfolger als Bischof von Innsbruck weihen.

In der Folge zog sich Reinhold Stecher aus dem öffentlichen Leben zurück, hielt aber weiterhin zahlreiche Vorträge, Exerzitien und widmete sich seinem Hobby, dem Malen. Die Einnahmen aus dem Verkauf oder der Versteigerung seiner Bilder bzw. Bücher flossen stets zur Gänze in soziale Projekte, sei es für caritative Anliegen im Inland oder Hilfsprojekte im Ausland wie zb. in Albanien oder Armenien.

Alt-Bischof Reinhold Stecher   - 1921 bis 2013