Fragen & Antworten

Kann ich die Höhe meines Kirchenbeitrags auch selbst nachrechnen?
Mit unserem Online Rechner können Sie jetzt selbst überprüfen, ob die Höhe Ihres Kirchenbeitrags Ihrem Einkommen entspricht. Zum Online-Rechner. 

Woher stammen die Daten der Kirchenbeitrag-Servicestellen?
Seit in Österreich mit dem Kirchenbeitragsgesetz 1939 die direkte Finanzierung der Aufwendungen der Kirche ersatzlos eingestellt wurde, war die staatliche Unterstützung der Religionsgemeinschaften auf die Übermittlung bestimmter Personendaten eingeschränkt. Anhand des seit Jänner 1995 geltenden Meldegesetzes erhalten die gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften von den Gemeinden die Meldedaten all jener Personen, die sich bei der Anmeldung zur Religionsgemeinschaft bekannt haben. Aus den Meldedaten ist aber weder Familienstand noch Beruf ersichtlich. Bei der korrekten Beitragsfestsetzung sind wir daher auf die Mithilfe der Katholiken angewiesen. So gut wie möglich versuchen wir, Veränderungen aus den öffentlich zugänglichen Mitteilungen zu bekommen: Angaben der Pfarren über Taufen, Trauungen, Sterbefälle usw.; Zeitungsmeldungen oder sonstige Veröffentlichungen. Geben Sie uns bitte alle relevanten persönlichen Veränderungen bekannt: Wohnsitzwechsel, Todesfall, Geburt von Kindern, Heirat, Scheidung usw. Vom Finanzamt oder Dienstgeber gibt es keine Mitteilung bezüglich Ihrer Einkommenssituation! Für die korrekte Beitragsberechnung sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. 

Viele verdienen mehr, zahlen aber weniger.
Viele Katholiken meinen, dass die Kirchenbeitrag-Servicestellen ohnehin alles weiß. Ihr Einkommen ist uns nicht bekannt. Deshalb sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Wenn dies nicht geschieht, sind wir angehalten, das Einkommen zu schätzen. So kann es vorkommen, dass der Nachbar oder Kollege mit gleichem oder höherem Einkommen weniger – aber auch mehr – Kirchenbeitrag bezahlt. Spezielle Belastungen verändern manchmal die scheinbar gleiche Situation. Kontrollieren Sie selbst, ob alle Freibeträge berücksichtigt sind, die Ihnen zustehen. Denn auch die Berücksichtigung Ihrer persönlichen Situation gehört zur gerechten Bemessung des Kirchenbeitrags. 

Warum kann ich die Höhe nicht selbst bestimmen?
Es ist eine Tatsache: Fast alle, die die Beitragshöhe selbst bestimmen wollen, möchten auch weniger zahlen. Es stellt sich daher die ernste Frage: Wer bezahlt den Rest? Wenigstens die Bezahlung der Grundkosten unserer Seelsorge soll sozial und gerecht auf alle verteilt werden und nicht dem Gutdünken des Einzelnen überlassen werden. 

Die Kirche ist schon so reich
Der Reichtum der Kirche besteht leider nicht aus wirtschaftlich verwertbarem Vermögen, das ständig Einnahmen abwirft, sondern in Kunstschätzen, deren Erhaltung wegen der hohen Kosten viel Kopfzerbrechen bereitet. Die Ausgaben der Diözese werden zu 70 % aus dem Kirchenbeitrag bestritten. Die restlichen 30 % der Ausgaben werden mit den sonstigen Einnahmen (z.B. aus Vermietung, Verpachtung) und aus der staatlichen Ersatzzahlung (Entschädigung für eingezogenes Kirchengut während der NS-Zeit) finanziert. Daran ist ersichtlich, wie unbedeutend das wirtschaftlich verwertbare Vermögen ist. Der Kirchenbeitrag dient zur Deckung der laufenden Ausgaben und wird nicht gehortet oder zur Schaffung von Vermögen verwendet. Übrigens: Es stimmt, dass manche Ordensgemeinschaften (Klöster, Stifte) große Besitzungen haben. Allerdings können sie keine Kirchenbeiträge einheben und sind daher auf ihre eigenen Einkünfte angewiesen. 

Ich kann auch ohne Kirchenbeitrag glauben
Das ist prinzipiell richtig! Aber Glaube lebt nicht dadurch, dass er allein im stillen Kämmerlein stattfindet. Glaube braucht Vermittlung, Glaube braucht Austausch, Glaube braucht Gemeinschaft. Keine Religion besteht nur aus Individuen, die unabhängig voneinander glauben. Um den Glauben weiterzugeben, braucht es Pfarren, Religionslehrerinnen und -lehrer, Priester, die dazugehörige Infrastruktur und vieles mehr. Das alles kostet Geld. 

Wohin fließt mein Geld?
98% des Kirchenbeitrags bleiben in der Diözese Innsbruck! Lediglich ein ganz geringer Anteil wird in Österreich überregional im Rahmen von Einrichtungen der Österreichischen Bischofskonferenz bzw. für weltkirchliche Aufgaben verwendet. 

Alternativen zum Kirchenbeitrag
In Österreich werden die Kirchenbeiträge als Pflichtbeiträge vorgeschrieben. Diese Form ermöglicht es den Verantwortlichen, mit festen Größen zu kalkulieren und die kontinuierliche Arbeit zu sichern. 

Ein Blick zu unseren Nachbarn
Freiwilligkeit
Dieses System gibt es z.B. in Frankreich. Problem: Der freiwillige Beitrag ist nicht einzuschätzen und man weiß nicht, ob das Geld beim nächsten Mal noch reicht. Freiwilligkeit ist nur schwer kalkulierbar und gefährdet die Kontinuität der Arbeit der Kirche und Ihrer Organisationen. In Frankreich müssen viele Priester nebenher in Zivilberufen arbeiten, da das Beitragsaufkommen nicht reicht! 

Kultursteuer
In Italien wird die Kirche über die so genannte Kultursteuer finanziert. 0,8% seiner Lohn- oder Einkommensteuer – sie wird vom Staat eingehoben – kann der italienische Steuerzahler entweder einer bestimmten Kirche, einer Sozialeinrichtung oder dem Staat widmen. Problem: Abhängigkeit der Kirche vom Staat und seiner Steuerpolitik. 

Kirchensteuereinhebung durch den Staat
In der Bundesrepublik Deutschland wird die Kirchensteuer vom Staat einbezogen (8 % der Lohnsteuer). Die Kirche erspart sich zwar den Apparat zur Einhebung, ein Kontakt zu den Beitragszahlerinnen und -zahlern ist aber nicht gegeben. Problem: Wesentlich höhere Beiträge, Härtefälle, menschliche Schicksalsschläge, finanzielle Belastungen finden kaum Berücksichtigung.