Kinder der Straße

Kinder laufen von zu Hause weg, wenn das das Essen nicht für alle Münder reicht, wenn sie arbeiten müssen statt zur Schule gehen zu können, wenn Gewalt, Angst und Verzweiflung zu groß werden.

Sie suchen ihr Heil auf der Straße, doch statt dem erhofften besseren Leben geraten sie in neue Abhängigkeiten, Ausbeutung, Drogen, Gewalt, Krankheit, Kleinkriminalität. Aus dieser Spirale auszubrechen ist verdammt schwer.

AET – Action Enfants de Tous – Kinder von Allen – heißt das Programm, mit dem die Caritas Mali Straßenkindern hilft, ihre traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten, Kraft, Vertrauen und neue Hoffnung zu schöpfen. Der Name AET steht für die Überzeugung, dass nicht nur die leiblichen Eltern, sondern die ganze Gesellschaft, wir alle, für das Wohlergehen der Kinder verantwortlich sind. Dieser Gedanke geht weit in der Geschichte Malis zurück. Im Jahr 1236 ließ der junge Herrscher Soundiata Keita die „Charta von Kurukan Fuga“ verkünden, die als erste verbindliche Menschenrechtserklärung auf afrikanischem Boden gilt. Sie spricht vom Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit und hält fest, dass die Erziehung der Kinder Aufgabe von allen ist, das Sorgerecht allen zufällt.

Nach einer Phase der Betreuung und Stabilisierung der Kinder ist für AET die Rückkehr in die Familien das wichtigste Ziel. Da viele Verletzungen passiert sind und das Misstrauen groß ist, ist der Weg dorthin nicht leicht. Nur mit Einverständnis des Kindes nehmen die Erzieher mit der Herkunftsfamilie Kontakt auf. Wenn nach einer Phase der Vermittlung eine gute Lösung für alle Beteiligten gefunden wird, wenn die Freude größer als die Angst ist, kehrt das Kind in Begleitung einer Erzieherin nach Hause zurück. AET kümmert sich auch um eine regelmäßige Nachbetreuung der gesamten Familie und unterstützt eine Schul- oder Berufsbildung, damit die Kinder eine tatsächliche Chance auf ein besseres Leben erhalten.

Wer die Arbeit des Straßenkinderzentrums AET in Mali unterstützen will:

RAIKA Tirol, IBAN: AT79 3600 0000 0067 0950 BIC: RZTIAT22, mit dem Betreff „Straßenkinder Mali“

Elisabeth Förg, Projektreferentin Mali