„Die kleine und die große Oma“

Ein Filmportrait zweier Tiroler Ordensfrauen in ihrem unermüdlichen Einsatz für Lepraerkrankte in Südkorea.
Unterstützt wurden sie dabei über viele Jahre durch die Projektförderung der Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs.

Der koreanische Regisseur Andrea Yoon Se-Young lud zu einer ganz besonderen Filmvorführung im Leo Kino in Innsbruck ein: Er präsentierte seinen Dokumentarfilm „Marianne und Margaret – ein Film zum 100. Jubiläum der Insel Sorokdo“ einem kleinen ausgewählten Publikum. Der Regisseur arbeitet mit beeindruckenden Bildern und Schlüsselszenen in Form von persönlichen Interviews, welche die Spannung zwischen dem Damals und dem Jetzt geschickt zum Ausdruck bringen.  In der Zuschauerrunde fanden sich nicht nur nahestehende Bekannte und Angehörige der Hauptdarstellerinnen des Films „Marianne und Margaret“ vor, sondern Marianne Stöger und Margit Pissarek selbst würdigten mit ihrer persönlichen Anwesenheit den koreanischen Dokumentarfilm und verliehen somit diesem Nachmittag seine ganz besondere Atmosphäre. Der Film erzählt auf berührende Art und Weise vom Lebenswerk der zwei Tiroler Frauen Margit und Marianne: Im Alter von 27 und 28 Jahren verließen sie ihre Heimat Tirol. Ihr erster Aufenthalt war in Indien, wo sie an einer spezifischen Pflegeausbildung für Lepraerkrankte (Morbus Hansen) teilnahmen. Mit diesem Fachwissen gingen sie im Jahre 1962 sodann auf die Insel Sorokdo in Südkorea, welche für die nächsten vierzig Jahre ihr zu Hause bleiben sollte. Dort kümmerten sie sich liebevoll und mit Hingabe um die Einwohner Sorokdos, welche durch die damalige Regierung aufgrund ihrer Krankheit aus der Gesellschaft verstoßen und schließlich auf die Insel verbannt wurden. Als „die kleine und die große Oma“ – so wurden Margit Pissarek und Marianne Stöger liebevoll von den Erkrankten genannt – nach vierzig Jahren die Insel Sorokdo und ihre Einwohner verließen, brach für die Hinterbliebenen der Insel eine Welt zusammen. Glaube und Berufung der zwei Tirolerinnen ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film: Marianne und Margit folgten dem Ruf des Evangeliums Jesu Christi und hinterließen so durch ihr tatkräftiges Handeln gegen Not und Elend der Menschen in der Welt ein authentisches Lebenszeugnis, welche die Notleidenden von Sorokdo wohl immer in Erinnerung behalten werden.

Margit Haider, kfb